Sachsenkrieg (Heinrich IV.)
bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen dem salischen Königshaus und den aufständischen Sachsen
chon unter Heinrich III. gab es Missstimmung zwischen dem salischen Königshaus und den Sachsen, bedingt durch dessen süddeutsche Herkunft und häufige Aufenthalte in der Goslarer Kaiserpfalz, die wirtschaftliche Belastungen mit sich brachten. Mit Heinrichs IV. Regierungsantritt 1065 verschärfte sich der Konflikt, da der 15-Jährige im sächsischen Kernland am Harz Krongut zurückforderte. Zur Sicherung errichtete er zahlreiche Burgen, darunter die Harzburg, den Wigantenstein, die Moseburg, den Sassenstein, die Spatenburg, die Heimburg und die Asenburg. Die Sachsen empfanden dies als Bedrohung. Die Burgen wurden mit schwäbischen Ministerialen besetzt, die sich mangels Besoldung Übergriffe auf die sächsische Bevölkerung erlaubten.
Am 29. Juni 1073 zogen die sächsischen Großen laut dem Chronisten Lampert von Hersfeld vor die Kaiserpfalz Goslar, um Missstände anzumahnen. Heinrich IV. verweigerte den Dialog und floh vor dem anrückenden sächsischen Heer auf die Harzburg, wo ihn die Aufständischen unter Otto von Northeim und Bischof Burchard von Halberstadt belagerten. In der Nacht auf den 10. August 1073 entkam Heinrich mit den Reichsinsignien, der Sage nach durch einen Geheimgang im Burgbrunnen, der 1968 gefunden wurde. Er zog über Eschwege und Hersfeld in den süddeutschen Raum, fand dort aber kaum Unterstützung der Reichsfürsten gegen die Sachsen.
Am 27. Januar 1074 stand Heinrich bei Hersfeld einem größeren sächsischen Heer gegenüber, doch beide Seiten scheuten die Schlacht. Am 2. Februar 1074 kam es in Gerstungen zu Friedensverhandlungen mit einer Einigung. Heinrich stimmte der Schleifung der Burgen am Harzrand zu, wollte bei der Harzburg jedoch nur Türme und Mauern umlegen, um die Stiftskirche mit der Grablege seines Sohnes und Bruders zu schonen. Die empörte bäuerliche Bevölkerung riss im März 1074 Burg und Stiftskirche dennoch bis auf die Grundmauern nieder und schändete die königlichen Gräber. Dies sorgte für Empörung im Reich, und zahlreiche Fürsten wandten sich wieder Heinrich zu, während die sächsischen Fürsten jede Schuld zurückwiesen und den Wiederaufbau anboten.
1075 führte Heinrich ein größeres Heer gegen Sachsen und fügte dem sächsischen Heer am 9. Juni 1075 in der Schlacht bei Homburg an der Unstrut eine vernichtende Niederlage zu, zog anschließend verheerend durch Sachsen und Thüringen. Bischof Burchard II. von Halberstadt wurde gefangen genommen. Am 27. Oktober unterwarfen sich die sächsischen Führer bei Spier öffentlich, barfüßig und bedingungslos. Heinrich zeigte keine Milde, hielt zahlreiche sächsische Große in Haft und vergab ihre Lehen anderweitig.