Otto von Northeim
Herzog von Bayern (1061–1070)
tto folgte um 1049 seinem Vater Benno als Graf von Northeim. Am 20. Mai 1049 wurde er als Zeuge genannt, als Kaiser Heinrich III. in Mainz für das Kloster Fulda urkundete. Damit gehörte er neben den Billungern und den Udonen zu den einflussreichsten Persönlichkeiten im östlichen Sachsen. Am 7. Februar 1058 trat er am Königshof in Goslar als Zeuge auf, als König Heinrich IV. die Bischofskirche von Halberstadt bedachte. 1061 ernannte ihn Kaiserin Agnes als Otto II. zum Herzog von Bayern, stand ihr aber im Jahr darauf beim Staatsstreich von Kaiserswerth entgegen. Im selben Jahr unternahm er im Auftrag der Reichsregierung einen Ungarnfeldzug, um König Salomon wieder einzusetzen. Zudem nahm er 1064 und 1068 an Gesandtschaften nach Italien und im Winter 1068/1069 am Feldzug Heinrichs IV. gegen die Abodriten unter Kruto teil.
Trotz der Kaiserswerther Vorkommnisse stand Otto zunächst in gutem Verhältnis zu Heinrich IV. Dies änderte sich, als er begann, seine Eigengüter am Südrand des Harzes zu erweitern, wodurch er in Konflikt mit dem König geriet, der dort sein Krongut sichern wollte. 1070 wurde Otto beschuldigt, ein Attentat auf den König geplant zu haben, angestiftet wohl mit Wissen des Königs durch die Grafen Giso II. und Adalbert von Schauenburg, die 1073 aus Rache erschlagen wurden. Als Otto sich weigerte, wegen mangelnder Sicherheitsgarantien zum Zweikampf gegen Egeno von Konradsburg in Goslar zu erscheinen, wurde er als Herzog abgesetzt, seiner sächsischen Güter beraubt und am 2. August 1070 geächtet. Er floh und hielt sich bis Mai 1071 bei dem Teilstammfürsten Budivoj auf. Das Herzogtum Bayern erhielt Ottos Schwiegersohn Welf IV., der daraufhin seine Ehe mit Ethelinde von Northeim löste. An Pfingsten 1071 unterwarf sich Otto dem König, der ihn bis Juli 1072 in Haft hielt und ihm danach die Eigengüter, nicht aber die Lehen zurückgab.
Im Sommer 1073 stellte sich Otto an die Spitze des sächsischen Aufstands gegen das salische Königtum. Im Frieden von Gerstungen gewann er 1074 seinen Titel als Herzog von Bayern formal zurück, konnte ihn aber nicht praktisch ausüben. Nach der Plünderung der Harzburg übernahm er erneut die führende Rolle, unterlag aber am 9. Juni 1075 in der Schlacht bei Homburg an der Unstrut gegen Heinrichs Reichsheer und kapitulierte. Heinrich begnadigte ihn abermals, beauftragte ihn mit dem Wiederaufbau der Harzburg und machte ihn zum Reichsverweser von Sachsen, was ihn von seinen früheren Kampfgenossen entfremdete. Auf dem Fürstentag von Tribur im Oktober 1076 stellte sich Otto erneut auf die Seite der Opposition, wurde aber 1077 in Forchheim nicht selbst, sondern Rudolf von Rheinfelden zum Gegenkönig gewählt. Dennoch blieb sein Einfluss groß, und militärisch kämpfte er weiterhin in den Schlachten bei Mellrichstadt, Flarchheim und an der Elster.