Welf IV.
Herzog von Bayern (1070–1077, 1096–1101)
elf IV. war Sohn des Markgrafen Alberto Azzo II. d’Este und Kunigundes von Kärnten, der Schwester Herzog Welfs III. von Kärnten. Väterlicherseits gehörte er dem Haus Este an, mütterlicherseits war er Nachfahre und Erbe der Welfen. Als einziger Erbe der welfischen Besitzungen in Schwaben, Rätien und Bayern wurde er von seiner Großmutter Imizza, der Witwe Welfs II., nach Deutschland geholt, um das Erbe anzutreten, das ihr Sohn Welf III. bereits dem Kloster Altdorf vermacht hatte.
Welf heiratete Ethelinde von Northeim, Tochter Ottos von Northeim, des Herzogs von Bayern. Als sein Schwiegervater 1070 geächtet wurde, verstieß Welf seine kinderlos gebliebene Frau. Zu Weihnachten desselben Jahres belehnte ihn König Heinrich IV. mit dem Herzogtum Bayern. Danach schloss er eine zweite Ehe mit der verwitweten Judith von Flandern.
Im Investiturstreit stand Welf auf päpstlicher Seite und unterstützte im März 1077 die Wahl Rudolfs von Rheinfelden gegen Heinrich. Im Mai wurde er geächtet und floh nach Ungarn, während in seinen Besitzungen und Ämtern fortan der König selbst regierte. Um 1089 vermittelte Papst Urban II. die Ehe von Welfs siebzehnjährigem Sohn Welf V. mit der siebenundzwanzig Jahre älteren Mathilde von Tuszien, der Herrin von Canossa. Die Trennung dieser Verbindung im Sommer 1095 bereitete Welfs Wechsel auf die kaiserliche Seite und die ein Jahr später erfolgende Versöhnung mit dem Kaiser vor, mit der auch die Rückgabe Bayerns an Welf verbunden war.