Savoyen
Landschaft in Europa
34 eroberten die Franken das Land. 838 kam die Sapaudia an Hochburgund, ab 934 zum Königreich Burgund und 1032 mit diesem zum Heiligen Römischen Reich. Das Gebiet zwischen Rhône und Alpenhauptkamm, Provence und Genfersee bildete die Grafschaft Vienne, die 1023 dem Erzbischof von Vienne übergeben worden war. Dieser gab das nördliche Lehen Maurienne an Humbert I. mit den weißen Händen, der zuvor 1025 das Aostatal erworben hatte. Sein Sohn erhielt durch Heirat die Markgrafschaft Turin. Die neuen Herren nannten sich seit 1125 Grafen von Savoyen und lösten sich bald von ihrem kirchlichen Lehnsherren. Nach dem Erwerb Pinerolos und Chambérys 1232 wurde Chambéry Hauptstadt Savoyens. 1268/1269 eroberte Savoyen das Waadtland.
1310/1313 wurde Savoyen zum Reichsfürstentum erhoben. 1349 ging die Dauphiné an Frankreich, worauf Kaiser Karl IV. 1361 Savoyen vom Königreich Burgund ablöste und reichsunmittelbar machte sowie den Grafen 1365 zum Reichsvikar für Arelat bestimmte. 1388 wurde die Grafschaft Nizza erworben, 1401 die Grafschaft Genevois. 1416 wurden die Grafen zu Herzögen erhoben. 1512/1521 wurde Savoyen in den oberrheinischen Reichskreis aufgenommen. Franz I. besetzte Savoyen 1536 im Dritten Italienischen Krieg, sodass das Stammland bis zum Zweiten Vertrag von Cateau-Cambrésis 1559 zur französischen Krone gehörte; die Herzöge verlegten ihre Hauptstadt nach Turin. Gleichzeitig gingen 1534/36 Gebiete an die Eidgenossen verloren, das Waadtland an Bern. Durch den Vertrag von Lausanne 1564 kehrten Chablais, Genevois und Gex an Savoyen zurück, 1569 gab das Wallis Evian und Abondance zurück. Weitere Bündnisse von 1509, 1512, 1570, 1571 und 1577 regelten die Beziehungen mit eidgenössischen Orten. Am 17. Januar 1601 wurden Bresse, Bugey, Valromey und Gex mit dem Vertrag von Lyon an Frankreich abgetreten, 1631 auch Pinerolo, im Gegenzug erhielt Savoyen Teile der Markgrafschaft Montferrat.
Im Frieden von Utrecht 1713 musste Spanien das Königreich Sizilien und Teile des Herzogtums Mailand an das Haus Savoyen abtreten, das seither den Königstitel führte. Sizilien wurde 1720 gegen Sardinien getauscht, das Herzogtum Savoyen mit Sardinien zum Königreich Sardinien vereinigt. 1738 wurden Novara und Tortona, 1748 weitere Gebiete erworben. Am 22. September 1792 rückten französische Revolutionstruppen ein. Zwischen 1796 und 1815 war Savoyen Teil Frankreichs, zunächst als Département Mont-Blanc, ab 1798 geteilt in Mont-Blanc und Léman. 1801 schied das Land auch völkerrechtlich aus dem römisch-deutschen Reich aus. Nach dem Wiener Kongress kam es durch den Zweiten Pariser Frieden zurück zum Königreich Sardinien, der Norden wurde neutralisiert. 1816/29 gewährte das Königreich Sardinien der Schweiz zwei Zollfreizonen. Am 24. März 1860 trat König Viktor Emanuel II. im Vertrag von Turin Savoyen und Nizza an das französische Kaiserreich ab, bestätigt durch eine Volksabstimmung, was in der Schweiz zum sogenannten Savoyerhandel führte.