Siebenbürgen
historische Region in Rumänien
b etwa 1147 wurden deutsche Siedler aus dem Mittelrhein- und Moselgebiet, Flandern und der Wallonie ins Land gerufen, um Grenzgebiete zu bevölkern und die Wirtschaft zu beleben. Die ersten dreizehn Orte entstanden in der Hermannstädter Gegend. Im 12. und 13. Jahrhundert verstärkte sich die Siedlungstätigkeit durch Binnenkolonisation und weitere Zuzüge aus dem Maas-Mosel-Raum sowie aus Köln, Trier und Lüttich. Die Siedler wurden als Sachsen bezeichnet. König Andreas II. gewährte ihnen 1224 mit dem Goldenen Freibrief, dem Andreanum, weitreichende Rechte, die als das ausgearbeitetste Privileg gelten, das deutschen Siedlern in Osteuropa je verliehen wurde.
Die Region entwickelte sich als Teil des mittelalterlichen Königreichs Ungarn. Der Adel mit seinen sieben Komitaten bildete unter einem Woiwoden eine Ständeversammlung. Neben ihm bestanden der Königsboden mit den Sieben Stühlen und die sieben Szeklerstühle. Die Siebenbürger Sachsen auf dem Königsboden besaßen eine eigene Gerichtsbarkeit und eine eigene politische Vertretung, die Nationsuniversität. Die Stände vertraten ursprünglich auch die Rumänen, doch 1437 wurde im Zuge der Türkenabwehr die Unio Trium Nationum ausgerufen, die nur noch ungarische Adlige, Sachsen und Szekler politisch berechtigte und die Rumänen ausschloss.
Nach der Niederlage des ungarischen Heeres in der Schlacht von Mohács 1526 gegen Süleyman I. begann eine fast zweihundertjährige Phase ständiger Bedrohung. Ungarn zerbrach in drei Teile; der Westen kam unter habsburgische Herrschaft, während Siebenbürgen 1541 als Fürstentum unter osmanische Oberhoheit gestellt wurde. Süleyman I. schloss bereits 1528 mit Johann Zápolya einen Friedensvertrag. Bis Ende des 17. Jahrhunderts blieb Siebenbürgen Vasallenstaat der Hohen Pforte, mit innenpolitischer Freiheit, aber außenpolitischer türkischer Kontrolle, Fürstenbestätigung durch die Pforte und jährlichen Tributleistungen. Dennoch kam es weiterhin zu osmanischen Plünderungszügen durch die Akıncı.
Mit dem Frieden von Sathmar wurde 1711 die österreichische Kontrolle über Ungarn und Siebenbürgen endgültig hergestellt. Siebenbürgen blieb vom Königreich Ungarn eigenständig und wurde von Gubernatoren im Auftrag des Wiener Hofes verwaltet. 1765 wurde es zum Großfürstentum proklamiert und in ein österreichisches Kronland umgewandelt. Maria Theresia und ihr Sohn Joseph II. versuchten, das Herrschaftsgebiet einheitlich zu verwalten. Durch eine Urkunde Maria Theresias vom 2. November 1775 wurde Siebenbürgen weitgehend autonom. Ab 1733 wurden die Siebenbürger Landler, verfolgte Protestanten aus dem Salzkammergut, dem Land ob der Enns, der Steiermark und Kärnten, unter Karl VI. und Maria Theresia zwangsweise nach Südsiebenbürgen deportiert.