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Maria Theresia

Erzherzogin von Österreich, Königin von Ungarn und Böhmen, Frau des römisch-deutschen Kaisers

Frühe Jahre

aria Theresia wurde am 13. Mai 1717 als zweites Kind Kaiser Karls VI. und Elisabeth Christines von Braunschweig-Wolfenbüttel in Wien geboren. Ihr älterer Bruder Leopold Johann war 1716 geboren und noch im selben Jahr gestorben. So blieb sie die älteste von drei Töchtern des letzten männlichen Nachkommen des österreichischen Zweiges der Habsburger. Um die weibliche Erbfolge zu sichern, hatte Karl VI. schon 1713 die Pragmatische Sanktion erlassen. Diese bestimmte, dass das Land nicht durch Vererbung gespalten werden durfte und die älteste Tochter beim Fehlen eines männlichen Thronfolgers nachfolgen konnte.

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Maria Theresia erhielt die übliche Erziehung für weibliche Nachkommen des Erzhauses, wurde aber nicht auf die Rolle einer Thronfolgerin vorbereitet. Der Unterricht betonte religiöse Themen und umfasste Latein, Italienisch und Französisch. Anders als unter Leopold I., wo Italienisch bevorzugt wurde, zog sie das Französische vor und sprach auch mit ihren Kindern vor allem Französisch. In ihren politischen Denkschriften 1750 und 1755 hielt sie fest, ihr Vater habe sie nie zu auswärtigen oder inneren Geschäften hinzugezogen; so habe sie sich auf einmal von Geld, Truppen und Rat entblößt gesehen.

Heirat und Familie

Die Vermählung wurde ein Thema der europäischen Politik. Erwogen wurde ein Sohn Philipps V. von Spanien, der spätere Karl III.; Großbritannien und die Niederlande lehnten das ab. Prinz Eugen favorisierte den Erben des bayerischen Kurfürstentums. Die Entscheidung traf Maria Theresia selbst: für Franz Stephan von Lothringen, der lange am Wiener Hof lebte. Die Heirat fand am 12. Februar 1736 in der Wiener Augustinerkirche statt. Franz Stephan musste auf Lothringen und Bar verzichten und erhielt die Anwartschaft auf das Großherzogtum Toskana. Aus der Ehe gingen 16 Nachkommen hervor, unter ihnen die späteren Kaiser Joseph II. und Leopold II. sowie Marie-Antoinette, die durch ihre Heirat mit Ludwig XVI. Königin Frankreichs wurde.

Regierungsübernahme

Nach dem Tod ihres Vaters 1740 war die Nachfolge trotz der Pragmatischen Sanktion gefährdet. Maria Theresia stützte sich zunächst weiter auf den Beraterstab ihres Vaters, darunter Obersthofkanzler Philipp Ludwig Wenzel von Sinzendorf, Hofkammerpräsident Thomas Gundacker Graf von Starhemberg und der Geheime Staatssekretär Johann Christoph Freiherr von Bartenstein. Rückblickend urteilte sie hart über ihre Mitarbeiter, nahm aber Bartenstein ausdrücklich aus und schrieb ihm allein die Erhaltung der Monarchie zu. Ein Vertrauensverhältnis baute sie zu ihrem Kabinettssekretär Ignaz von Koch auf.

Österreichischer Erbfolgekrieg

Nach dem Tod Karls VI. wurde die Pragmatische Sanktion in Frage gestellt. Maria Theresia wurde 1741 zum König von Ungarn und 1743 zum König von Böhmen gewählt. Das Haus Wittelsbach begründete seinen Erbanspruch auf Österreich mit einem Testament Ferdinands I. von 1543, die sächsische Dynastie forderte die böhmische Krone und Kurwürde, Friedrich II. beanspruchte Teile Schlesiens. Noch im Todesjahr Karls VI. begann er mit dem Einmarsch in Schlesien den Ersten Schlesischen Krieg, der bis 1742 dauerte. Gleichzeitig stand Maria Theresia im Österreichischen Erbfolgekrieg Bayern, Spanien, Sachsen, Frankreich, Schweden, Neapel, der Kurpfalz und Kurköln gegenüber. Unterstützung fand sie nur bei Großbritannien und den Niederlanden.

Bei der Kaiserwahl konnte sich das Haus Habsburg erstmals seit Jahrhunderten nicht durchsetzen; gewählt wurde der Wittelsbacher Karl VII. Einen Tag nach seiner Kaiserkrönung in Frankfurt am Main im Februar 1742 eroberten österreichische Truppen München. Im selben Jahr musste Maria Theresia im Frieden von Breslau Schlesien und die Grafschaft Glatz an Preußen abtreten. 1743 wurde Prag befreit, am 12. Mai ließ sie sich im Veitsdom zur böhmischen Königin krönen. 1744 begann Friedrich II. den Zweiten Schlesischen Krieg; 1745 bestätigte sie im Vertrag von Dresden den Verlust Schlesiens. Nach dem Tod Karls VII. 1745 setzte sie die Wahl Franz Stephans zum Kaiser durch. Der Erbfolgekrieg endete 1748 mit dem Frieden von Aachen.

Reformpolitik

Noch während des Krieges wandte sich Maria Theresia inneren Reformen zu, die als Theresianische Staatsreform bekannt wurden. Planer war anfangs der Verwaltungsbeamte Friedrich Wilhelm von Haugwitz, seit den 1760er Jahren Staatskanzler Wenzel Anton Kaunitz. Zu nennen sind auch Joseph von Sonnenfels und Gerard van Swieten, der Leibarzt Maria Theresias und Reformator der Universität Wien. Sie scheute nicht, von Preußen zu lernen, etwa bei der Verwaltung, der Militärreform und der Bildungspolitik. Anstelle der zersplitterten ständischen Einrichtungen sollte ein zentraler, absolutistisch regierter Staatsapparat treten. Das Mitspracherecht des Adels in den Erbländern beschränkte sich schließlich im Wesentlichen auf die grundherrlichen Rechte.

Staatsorganisation

1742 entstand die Haus-, Hof- und Staatskanzlei als Behörde mit vor allem außenpolitischen Kompetenzen. Die eigentliche Reformpolitik setzte nach dem Erbfolgekrieg ein, da die Staatsfinanzen dringend der Reform bedurften. Die nunmehr allgemeine Steuerpflicht erfasste erstmals auch Adel und Klerus, Grundlage war der Theresianische Kataster. 1749 wurde das Directorium in publicis et cameralibus gegründet, in dem die Österreichische und die Böhmische Hofkanzlei aufgingen. Ab 1756 umfasste es auch die Rechte des Generalkriegskommissariats. 1761 wurde die Finanzverwaltung wieder ausgegliedert und die Behörde in Österreichische und Böhmische Hofkanzlei umbenannt. Unter Kaunitz entstand ein Staatsrat aus drei Mitgliedern des Herrenstandes und drei des Ritterstands oder Gelehrten.

Heeresreform

Der Erbfolgekrieg hatte gezeigt, dass die Armee reformbedürftig war. Maria Theresia verdoppelte ihre Stärke; die Reform planten vor allem Leopold Joseph von Daun, Karl Alexander von Lothringen und Joseph Wenzel von Liechtenstein. Aus der kaiserlichen Armee wurde ein österreichisches Heer, Vorbild war die preußische Armee. 1751 ließ sie in Wiener Neustadt die Theresianische Militärakademie errichten. Die reguläre Armee hatte eine Sollstärke von 108.000 Mann, dazu kamen etwa 40.000 Grenzsoldaten an der Militärgrenze in Südosteuropa. Aus Anlass der siegreichen Schlacht bei Kolin stiftete sie den Maria-Theresia-Orden, ab 1764 galt der Sankt-Stephan-Orden als ziviles Gegenstück.

Bildungspolitik

1760 entstand mit der Studien- und Bücher-Zensur-Hofkommission eine zentrale Behörde für die Bildungspolitik. Eine bedeutende Rolle übernahm der schlesische Augustiner-Abt Johann Ignaz von Felbiger. Die Allgemeine Schulordnung, unterzeichnet am 6. Dezember 1774, führte die generelle Unterrichtspflicht ein. Auf dem Land entstanden einklassige Volksschulen für sechs- bis zwölfjährige Kinder, in den Städten Hauptschulen mit drei Klassen. Beim Tod Maria Theresias bestanden bereits 500 Trivialschulen; die Zahl der Analphabeten blieb dennoch relativ hoch. 1773 wurde der Jesuitenorden aufgehoben, der auch die Universität Wien kontrolliert hatte; die Hochschule ging in staatliche Verantwortung über. 1770 wurde in Schemnitz die Bergakademie gegründet.

Religionspolitik

Maria Theresias Religionspolitik war vom Barock-Katholizismus geprägt, zunehmend auch vom Jansenismus. Sie schuf eine Keuschheitskommission und wehrte sich bis zum Lebensende gegen Toleranz für Nichtkatholiken, was zu einem schweren Konflikt mit ihrem Sohn Joseph führte. Die Aufhebung des Jesuitenordens 1773 vollzog sie eher unwillig. Vertriebene Protestanten wurden in Siebenbürgen, dem Banat oder in der Batschka angesiedelt. Gegenüber den Juden betrieb sie mit den Judenordnungen von 1753 und 1764 eine restriktive Politik. 1744 ließ sie 20.000 Juden aus Prag und schließlich aus ganz Böhmen ausweisen, milderte dies 1748 aber ab, weil der wirtschaftliche Schaden zu groß war.

Außenpolitik

Ihre Politik zielte darauf, Preußen zu schlagen und die annektierten Gebiete zurückzugewinnen; Friedrich II. blieb ihr Feindbild. 1753 löste Kaunitz-Rietberg Staatsminister Bartenstein ab. Nach dem preußisch-britischen Bündnis in der Konvention von Westminster 1756 kam es im selben Jahr zum österreichisch-französischen Defensivbündnis, dem Renversement des alliances. Auch Russland war mit Österreich verbündet. Am 29. August 1756 marschierte Friedrich II. in Kursachsen ein; damit begann der Siebenjährige Krieg. Er endete 1763 mit dem Frieden von Hubertusburg, mit dem Schlesien endgültig an Preußen fiel. 1772 beteiligte sich Maria Theresia an der ersten Teilung Polens und erwarb Galizien und Lodomerien. 1779 kam durch Vertrag das Innviertel an Österreich.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Maria TheresiaVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270352697redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Martin van Meytensentstanden 1759Public domainQuelle