Kontextartikel1 Min. Lesezeit

Stift Niedermünster

Kirchengebäude in Regensburg

as Stift wurde von Tassilo III., dem letzten baierischen Herzog aus dem Geschlecht der Agilolfinger, vor seiner Abdankung im Jahr 788 gegründet und 889 erstmals erwähnt. Es entstand im Bereich des ehemaligen römischen Legionslagers Castra Regina, das die Agilolfinger als Hauptstadt gewählt hatten. Judith, Ehefrau von Herzog Heinrich, führte nach dessen Tod den Bau der Kirche zu Ende, machte dem Stift reiche Zuwendungen, trat 973 selbst ein und stand ihm bis zu ihrem Tod 987 als Äbtissin vor. Sie gilt als eigentliche Gründerin des Stifts Niedermünster.

RegensburgOrt auf der Karte 164849.0195 N, 12.1007 OAuf der Karte zeigen

1002 erhob Heinrich II. das Stift zur Reichsabtei Niedermünster und damit zum Reichsstift. Im 11. Jahrhundert erlebte es eine kulturelle Blüte, erkennbar an Kunstwerken wie dem Giselakreuz und dem Uta-Codex. Als Reichsabtei musste Niedermünster ein servitium regis leisten, zunächst 60 Schweine, das Kaiser Heinrich IV. auf Bitten der Äbtissin Gertrud auf 40 Schweine senkte. Die Abgabe wurde später in eine Geldzahlung von 10 Pfund Regensburger Pfennig umgewandelt und 1218 durch König Friedrich II. völlig erlassen. Die Reichsunmittelbarkeit des Stifts bestätigte Friedrich II. 1216; die Äbtissin hatte Sitz und Stimme auf der Prälatenbank des Reichstages.

Die weitere Entwicklung bis zur Säkularisation 1803 verlief ruhig, ohne besondere Höhepunkte. 1802 wurde das Klosterstift der Administration des Fürstentums Regensburg unter Karl Theodor von Dalberg unterstellt. Mit der Auflösung des Fürstentums 1810 wurde es in das Königreich Bayern eingegliedert und säkularisiert. Nach 1821 diente das Stift als bischöfliche Residenz und Ordinariat, und die Kirche wurde zur Dompfarrkirche.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Stift NiedermünsterVersionsgeschichteBearbeitungsstand 267707223redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: DALIBRI in der Wikipedia auf Deutschentstanden 2006CC BY-SA 3.0Quelle