Straßburg
Haupt- und größte Stadt der französischen Region Grand Est in der historischen Region Elsass
Reichsstadt im Mittelalter
traßburg gehörte vom Mittelalter bis zur Kapitulation in der Neuzeit am 30. September 1681 zum Heiligen Römischen Reich. Die Familien Müllenheim und Zorn waren die bedeutendsten Straßburger Patriziergeschlechter; ihre Rivalität um die Vormacht in der Reichsstadt zwischen 1262 und 1681 führte zu Straßenschlachten. Das Rathaus erhielt deshalb zwei Eingänge, einen für jede Familie, und auch die beiden Ufer der Ill wurden nach ihnen benannt.
Das Ende der Reichsstadt
Nach 1648 strebte Frankreich den Rhein als Grenze an und nutzte dafür die im Westfälischen Frieden gewonnene Reichsvogtei über die elsässischen Reichsstädte; Straßburg blieb davon zunächst ausgenommen. Erst mit der 1679 begonnenen Reunionspolitik König Ludwigs XIV. geriet auch Straßburg ins Visier. Im September 1681 wurde die Stadt mit Königshofen und Illkirch mitten im Frieden durch Frankreich besetzt. Der französische König nutzte dabei die militärische Schwäche der Straßburger Schutzmacht, des Heiligen Römischen Reichs unter Kaiser Leopold I., dessen Residenzstadt Wien 1683 vom Osmanischen Reich belagert wurde. Der Frieden von Rijswijk bestätigte die Besetzung 1697.
Reformation in der Reichsstadt
Straßburg schloss sich als Reichsstadt 1524 früh der Reformation an und wurde formell lutherisch. Die erste lutherische Predigt hielt Matthäus Zell bereits 1521. Zugleich entwickelte sich die Stadt mit Reformatoren wie Martin Bucer, Kaspar Hedio und Wolfgang Capito zu einem reformierten Reformationszentrum, nahm Hugenotten auf und unterzeichnete die Confessio Tetrapolitana. Auch Täufer und Anhänger der radikalen Reformation wie Hans Denck, Kaspar Schwenckfeld und Melchior Hoffmann fanden hier Aufnahme.
Nach dem Reich
Nach dem Frieden von Frankfurt vom 10. Mai 1871 wurde Straßburg im neu gegründeten Deutschen Reich Hauptstadt des Reichslandes Elsaß-Lothringen. Neben Metz und Köln wurde die Stadt zu einer der wichtigsten Festungen im Westen des Reiches ausgebaut. Mit der Stadterweiterung entstand eine neue Umwallung, die ältere Wallabschnitte aus französischer Zeit einbezog; erhalten sind unter anderem Reste der Zitadelle Vaubans und Teile der preußischen Befestigungen.