Kontextartikel2 Min. Lesezeit

Straubing-Holland

Teilherzogtum in Teilen des heutigen Niederbayern

Die Entstehung des Herzogtums

345 fiel Wilhelm von Avesnes, der letzte Graf von Hennegau, Holland, Seeland und Friesland, im Kampf gegen aufständische Friesen. Kaiser Ludwig der Bayer sicherte seiner Dynastie die freiwerdenden Gebiete und belehnte seine zweite Frau Margarethe damit. 1346 legte er in einer Erbschaftsregelung fest, dass ihr Sohn Wilhelm nach ihrem Tod die Herrschaft übernehmen sollte, im Fall seines Ablebens sein Bruder Albrecht I. Ludwig der Bayer starb bereits ein Jahr später, und seine sechs Söhne wurden seine Nachfolger.

StraubingOrt auf der Karte 164848.8772 N, 12.5758 OAuf der Karte zeigen

Die Teilung und die ersten Jahre

1349 teilten Ludwigs Söhne im Landsberger Vertrag das Erbe. Stephan II., Wilhelm I. und Albrecht I. erhielten Niederbayern, Wilhelm und Albrecht zusätzlich die niederländischen Besitzungen. Am 3. Juni 1353 legte der Regensburger Vertrag die genaue Grenze fest: Stephan II. bekam den Süden mit Landshut, Wilhelm und Albrecht das Straubinger Ländchen. Dies war die Geburtsstunde des Herzogtums Niederbayern-Straubing-Holland. Die beiden Brüder trennten ihre Zuständigkeiten faktisch, ohne das Land weiter zu teilen. Wilhelm konzentrierte sich auf die niederländischen Gebiete, Albrecht auf Niederbayern-Straubing. Mit dem Tod Margarethes 1356 fiel auch der Hennegau an Wilhelm.

Albrechts Alleinregierung im Norden

Ende 1357 musste Albrecht sein Straubinger Territorium verlassen, da sein Bruder Wilhelm einen Schlaganfall erlitten hatte und als geisteskrank und regierungsunfähig galt. Die niederländischen Stände wandten sich an Albrecht als nächsten Erbberechtigten, und er reiste nach Den Haag, begleitet von niederbayerischen Adeligen für hohe Verwaltungsposten. Durch eine auf Ausgleich und Wirtschaftsförderung bedachte Politik sicherte er die Herrschaft der Wittelsbacher gegen aufständische Friesen und beendete vorläufig die Parteikämpfe zwischen Hoeken und Kabeljauwen. Außenpolitisch bemühte er sich um Neutralität und vielseitige Bündnisse. Seine Heiratspolitik fand weithin Beachtung, insbesondere die Doppelhochzeit von Cambrai 1385, bei der sein Sohn Wilhelm II. eine Tochter Philipps des Kühnen heiratete und dessen Sohn Johann Ohnefurcht sich mit Albrechts Tochter Margarete vermählte.

Das Ende des Herzogtums

Im Januar 1425 wurde Johann III. unter ungeklärten Umständen vergiftet, ohne einen Erben zu hinterlassen. Die Grafschaften fielen auf seinen Wunsch nicht an seine Nichte Jakobäa, sondern an Philipp III. von Burgund. Im Haager Vertrag von 1433 erhielt Philipp die vollständigen Herrschaftsrechte über Hennegau, Holland und Seeland, womit die Geschichte der Wittelsbacher in den Niederlanden endete. Auch das Straubinger Ländchen war Gegenstand heftiger Streitigkeiten. König Sigismund verfügte 1429 im Preßburger Schiedsspruch die Aufteilung der niederbayerischen Gebiete zwischen Ludwig VII. von Bayern-Ingolstadt, Heinrich dem Reichen von Bayern-Landshut sowie Ernst und Wilhelm III. von Bayern-München, dem auch Straubing zufiel. Damit hatte das Herzogtum Straubing-Holland aufgehört zu existieren.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Straubing-HollandVersionsgeschichteBearbeitungsstand 268813257redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Die Autorenschaft wurde nicht in einer maschinell lesbaren Form angegeben. Es wird Lencer als Autor angenommen (basierend auf den Rechteinhaber-Angaben).entstanden 2007CC BY 2.5Quelle