Troja
Stadt des Altertums
n der griechischen Antike gab es eine reale Stadt Ilion, die mit dem Troja Homers gleichgesetzt wurde. Nach dem Abbruch der Überlieferung geriet die Lage in Vergessenheit. Seit dem 18. Jahrhundert wird vermutet, dass sich das homerische Troja auf dem Hügel Hisarlık befindet, wo Heinrich Schliemann im 19. Jahrhundert grub. Gefundene Siedlungen reichen vom 5. Jahrtausend v. Chr. bis ins 5. Jahrhundert n. Chr. In hethitischen Quellen wird zwischen etwa 1400 und etwa 1200 v. Chr. mehrmals eine Stadt oder Region namens Wiluša genannt, die möglicherweise mit der Anlage auf dem Hisarlık identisch ist. Diese Gleichsetzung wurde erstmals 1924 von Paul Kretschmer vertreten, seit einem 1986 gefundenen hethitischen Staatsvertrag ist die geopolitische Lage im 13. Jahrhundert v. Chr. besser bekannt.
Troja lag sehr wahrscheinlich auf dem 15 Meter hohen Siedlungshügel Hisarlık an den Dardanellen. Möglicherweise kontrollierte die Siedlung seit der Bronzezeit den Zugang zum Schwarzen Meer, da Schiffe damals nicht gegen den Wind kreuzen konnten und im Hafen der Festung auf günstige Winde warten mussten, wofür sie Zoll- und Gebühren zahlten. Diese Ansicht ist umstritten. Berühmtheit erlangte der Ort durch Homers Ilias. Noch in der Spätantike wurden Ort und Helden im Römischen Reich verehrt, wie die Aeneis zeigt, und der Hügel Ilium war weitbekannt. Mit dem christlichen Mittelalter geriet Troja und seine Lage in Vergessenheit, was zur späteren Troja-Debatte führte.
Die Römer führten ihre Stadt auf Aeneas, einen Trojaner, zurück, weshalb Troja in Roms Propaganda besondere Bedeutung hatte und viele Kaiser die Stadt besuchten und ausschmückten. Im Ersten Mithridatischen Krieg wurde sie 85 v. Chr. belagert, da die Bewohner Gaius Flavius Fimbria die Gefolgschaft verweigerten. Sulla besuchte die Stadt kurz darauf und ordnete Renovierungen an. 62 v. Chr. wurde eine Statue für Gnaeus Pompeius Magnus errichtet, im Jahr 20 v. Chr. besuchte Kaiser Augustus die Stadt während seiner Kleinasienreise, und aus dieser Zeit ist verstärkte Bautätigkeit belegt.
Nach Homer wurde von der Rettung des Aeneas aus dem untergehenden Troja berichtet, und Romulus und Remus, die sagenhaften Gründer Roms, wurden auf ihn zurückgeführt. Begründet durch den Namen der ehemaligen Colonia Ulpia Traiana etablierten sich bis ins Mittelalter die Bezeichnungen Troia Minor und Troia Francorum für Xanten. Um 1100 erzählte das Annolied von der Gründung Xantens durch die im Trojanischen Krieg unterlegenen Trojaner. Als Xanten 1444 an das Herzogtum Kleve fiel, wurden Münzen mit der Aufschrift Joannes Troianorum Rex geprägt.