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Herzogtum Kleve

Territorium des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation im Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis

m 1020 vergab Kaiser Heinrich II. am Niederrhein zwischen Maas und Rhein Gebiete an zwei Brüder aus dem Hennegau in Flandern als Lehen. Rutger oder Rütger Flamens wurde Stammvater der Grafen von Kleve. Erstmals 1092 benannte sich ein Graf nach der Burg Kleve. Kerngebiet war zunächst der Raum zwischen Kleve und Kalkar, wo die Grafen die Stifte Wissel und Bedburg gründeten. Nur wenige Daten zu Rütger I. und seinen Nachfolgern bis zum 13. Jahrhundert sind belegt. Rütgers Erbe soll nach einer Chronik aus dem 14. Jahrhundert der Sohn Dietrich I. gewesen sein, danach folgten Dietrich II. und Dietrich III.

Herzogtum KleveTerritorium auf der Karte 164851.7833 N, 6.1333 OAuf der Karte zeigen

In der Regierungszeit von Graf Adolf II. ernannte der römisch-deutsche König Sigismund diesen 1417 zum Herzog Adolf I. von Kleve und von der Mark und erhob die Grafschaft Kleve zu einem Herzogtum. Dem Herzog gelang es, das klever Territorium zu erweitern und die Abhängigkeit vom Erzbistum Köln weitgehend aufzulösen. Er erwarb Emmerich mit Teilen der Liemers 1402, den Reichswald zwischen Nimwegen und Kleve 1418, Gennep 1424, Wachtendonk 1440 und Düffel 1446, jeweils über Pfandverträge vom Herzogtum Geldern. Zugleich war Adolf in jahrzehntelange Auseinandersetzungen mit seinem jüngeren Bruder Gerhard verstrickt, der ab 1409 Anspruch auf das Erbe der Grafschaft Mark erhob. Zusätzlich gab es Probleme mit dem Erzbischof Dietrich von Moers, der einen Machtzuwachs des Herzogs verhindern wollte, da Kleve seiner Meinung nach weiterhin ein kölnisches Lehen war.

Herzog Johann III., der Friedfertige, wurde bereits 1511 Herzog von Jülich und Berg. Nach dem Tod seines Vaters wurden 1521 diese Herzogtümer mit dem Herzogtum Kleve und der Grafschaft Mark zu den Vereinigten Herzogtümern Jülich-Kleve-Berg vereinigt. Damit erwarb er eine weltliche Vormachtstellung im niederrheinisch-westfälischen Reichskreis, und der Schwerpunkt der Aktivitäten verlagerte sich zunehmend nach Düsseldorf. Kurz vor seinem Tod schloss Johann III. mit Karl von Egmond, Herzog von Geldern, 1537 einen Erbvertrag, wonach nach Karls Tod Geldern und Zutphen an Johanns Sohn Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg fallen sollten. Bereits fünf Monate vor Karls Tod 1538 übernahm der spätere Herzog Wilhelm V. die Regentschaft in Geldern, und 1539 nach dem Tod Johanns III. auch in Jülich-Kleve-Berg.

Von 1609 bis 1672 hielten die Generalstaaten die festen Plätze von Kleve mit ihren Truppen besetzt, bis der Große Kurfürst von Brandenburg Kleve nach Aufhebung der ständischen Sonderrechte völlig mit dem brandenburgisch-preußischen Staat vereinigte. Von 1647 bis 1679 amtierte Johann Moritz von Nassau-Siegen als Statthalter des brandenburgischen Kurfürsten in Kleve. Die Eroberung durch Ludwig XIV. von Frankreich 1675 mit katholischer Restitution blieb ein kurzes Intermezzo. Die Bedeutung Kleves sank im 18. Jahrhundert stetig, besonders nach dem Erwerb Schlesiens durch Friedrich den Großen 1740/42. Nachdem Kleve von 1757 bis 1762 in französischer Gewalt gewesen war, blieb Preußen im Besitz des eigentlichen Herzogtums bis zum Frieden von Basel 1795, in dem der linksrheinische Teil an Frankreich abgetreten wurde.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Herzogtum KleveVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269949690redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Franz Johann Joseph von Reillyentstanden 1794–1795Public domainQuelle