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Truchsessischer Krieg

Konflikt von kurkölnischen Truppen gegen bayerische Truppen im Bund mit Habsburg

ebhard Truchsess von Waldburg wurde 1577 zum Erzbischof von Köln gewählt, unterstützt von reformierten Grafen. Als er sich in die evangelische Gräfin Agnes von Mansfeld-Eisleben verliebte, drängten Verbündete ihn, die reformierte Konfession anzunehmen, sie zu heiraten und das Erzstift in eine weltliche Herrschaft zu verwandeln. Nach dem Augsburger Religionsfrieden hätte er dabei sein Amt verlassen müssen. Trotzdem trat Gebhard am 19. November 1582 offen zur reformierten Konfession über und heiratete am 2. Februar 1583 in Bonn. Kaiser Rudolf II. forderte ihn zum Rücktritt auf, der Papst exkommunizierte ihn am 1. April 1583. Das Domkapitel wählte am 23. Mai 1583 Ernst von Wittelsbach zum neuen Erzbischof. Da Gebhard seine Absetzung nicht anerkannte, kam es zum Krieg.

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Der Krieg zog sich über mehrere Jahre und Regionen hin. Gebhard hielt sich zunächst im Herzogtum Westfalen auf, bis 1584 bayerische Truppen eindrangen und das Land dem neuen Landesherrn Ernst von Bayern huldigte. Im Rheinland kämpften Gebhards Anhänger gegen bayerische und spanische Truppen, die vom Kölner Domkapitel zu Hilfe gerufen worden waren. Städte wie Deutz, Rheinberg und Linz wurden belagert und geplündert. Nach der Eroberung der Godesburg im Dezember 1583 floh Gebhard nach Westfalen, nach dem Verlust Bonns im Januar 1584 schließlich resigniert in die Niederlande. Der Krieg endete damit nicht, sondern verselbständigte sich zu Raub- und Zerstörungszügen, etwa in Uerdingen und Neuss, das 1586 fast völlig zerstört wurde.

Der Sieg der spanisch-bayerischen Truppen verhinderte den Verlust katholisch gebliebener Gebiete im Nordwesten des Reiches. Besonders in den Bistümern Münster, Paderborn und Osnabrück erhielten gegenreformatorische Kräfte Auftrieb, zeitweise übernahmen Wittelsbacher Prinzen dort als Bischöfe die Macht. Die Position der Wittelsbacher im Reich wurde erheblich aufgewertet, da der neue Erzbischof Ernst von Bayern ein Sohn Herzog Albrechts V. war. Der Krieg war ein bedeutsamer Präzedenzfall für die Lösung konfessioneller Streitigkeiten mit Waffengewalt, nachdem solche Konflikte nach dem Schmalkaldischen Krieg und dem Augsburger Religionsfrieden zuvor friedlich gelöst worden waren. Die Beteiligung spanischer und niederländischer Truppen internationalisierte das deutsche Konfessionenproblem, was im Dreißigjährigen Krieg seinen Höhepunkt fand. Als langfristige Folge ging das Erzstift Köln in Sekundogenitur an das Haus Wittelsbach und blieb bis 1761 in dessen Hand.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Truchsessischer KriegVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270666082redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Frans Hogenbergentstanden 1583–1590Public domainQuelle