Vergil
römischer Dichter
ctavian, der Antonius in der Schlacht bei Actium 31 v. Chr. geschlagen hatte und vier Jahre später vom römischen Senat den Titel Augustus verliehen bekam, soll Vergil gedrängt haben, ein Epos zum Ruhm seiner Herrschaft zu schreiben. Vergils Antwort war die Aeneis, die die letzten zehn Jahre seines Lebens in Anspruch nahm.
Vergil starb, ohne die Aeneis vollenden zu können. Augustus befahl Vergils Nachlassverwaltern Varius und Tucca, die Aeneis so wenig bearbeitet wie möglich zu veröffentlichen. Vergil gehört zu den wenigen Autoren, deren Schriften in relativ vielen Handschriften aus der Antike erhalten sind. Dazu gehören zwei reich illustrierte Codices: der Vergilius Vaticanus und der Vergilius Romanus.
Im Mittelalter galt Vergil als der Dichter schlechthin und zugleich als Vorbote des Christentums. In der vierten Ekloge wird die Geburt eines Knaben in Worten vorausgesagt, die stark an Christi Geburt erinnern. Dante machte Vergil, der in seinem Werk den höllischen Ort der Abgeschiedenen beschrieben hatte, zum Führer in seiner Göttlichen Komödie. Im späten Mittelalter kursierten um seine Person sagenhafte Geschichten, in denen er als mächtiger Zauberer auftritt, der sich um Neapel und Rom verdient macht, aber auch Misserfolge erleidet.