Kontextartikel2 Min. Lesezeit

Wazo

Bischof von Lüttich

azo stammte aus bescheidenen Verhältnissen und wurde an der Domschule in Lüttich unter Bischof Notker erzogen. Er wirkte als Scholastikus, Kaplan, Leiter der Domschule und wurde 1013 Dekan des Domkapitels. Wegen seiner strengen Art hatte er viele Gegner, darunter den Dompropst, dem er Kompetenzüberschreitung vorwarf. Er verließ Lüttich zeitweise und wurde durch Vermittlung des Abtes Poppo von Stablo Mitglied der Hofkapelle am Hof Konrads II. Der König plante zeitweise, ihn zum Erzbischof von Mainz zu machen, was am Widerspruch der Kaiserin Gisela scheiterte. Nach wenigen Monaten kehrte er nach Lüttich zurück und wurde wohl 1029 zum Dompropst gewählt. 1037 wurde er als Nachfolger für den vakanten Bischofsstuhl vorgeschlagen, weigerte sich aber zu kandidieren. Erst 1042 wurde er, von Klerus und Volk gewählt, Bischof von Lüttich.

LüttichOrt auf der Karte 164850.6397 N, 5.5706 OAuf der Karte zeigen

Am Hof Heinrichs III. gab es zunächst Vorbehalte gegen Wazo, doch Erzbischof Hermann von Köln und Bischof Bruno von Würzburg setzten sich für ihn ein, sodass Heinrich ihn investierte. Im Winter 1043 unterstützte Wazo während einer allgemeinen Notlage die Bedürftigen mit Getreide, ähnlich handelte er später in Kriegszeiten. Beim Aufstand Dietrich von Hollands, Gottfried von Lothringens und anderer 1047 verteidigte er Lüttich. Er betonte seine Treue zum Kaiser, selbst wenn dieser ihm Schaden zufügen würde. Da er jedoch keine Hilfe erwarten konnte, schloss er Frieden mit Herzog Gottfried, was ihm am Kaiserhof den Vorwurf des Verrats einbrachte, der in Lüttich zurückgewiesen wurde. Eine von dem Chronisten Anselm von Lüttich beschriebene Verhinderung einer Invasion durch Heinrich I. von Frankreich gilt als überzeichnet.

Wazo war grundsätzlich eine Stütze kaiserlicher Macht im lothringischen Raum, kritisierte den Kaiser aber, wenn kirchliche Interessen gefährdet schienen. Gegenüber Heinrich III. erklärte er, die Salbung eines Priesters wiege schwerer als die eines Königs, da erstere Quelle des Lebens, letztere Quelle des Tötens sei. Das Vorgehen Heinrichs gegen den Erzbischof-Elekt von Ravenna, Witger, im Jahr 1046 kritisierte er scharf und vertrat, Bischöfe schuldeten dem Kaiser nur in weltlichen, nicht in geistlichen Dingen Gehorsam. Die Beschlüsse der Synode von Sutri und die Absetzung Papst Gregors VI. hielt er für unrechtmäßig, da ein Papst von niemandem gerichtet werden dürfe. Trotz seiner Glaubensstrenge lehnte er die Verfolgung von Ketzern eher ab und vertraute auf die Kraft von Argumenten.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel WazoVersionsgeschichteBearbeitungsstand 267739232redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Kleon3entstanden 1801–1900CC BY-SA 4.0Quelle