Lüttich
Stadt in Wallonien, Belgien
Ein geistliches Fürstentum im Reich
17 wurde Lüttich christlicher Bischofssitz und entwickelte sich zu einem bedeutenden politischen und kulturellen Zentrum. Im ausgehenden Mittelalter gehörte die Stadt zum Hochstift Lüttich, einem von einem Fürstbischof regierten Territorium. Die Fürstbischöfe entstammten meist dem Adel des Heiligen Römischen Reiches, ebenso wie das Domkapitel, das als Machtzentrum galt und zu den größten in Mitteleuropa zählte. Wie in anderen geistlichen Territorien des Reiches konnte sich städtische Autonomie nur teilweise entwickeln, wenngleich Albrecht II. von Cuyk den Bürgern 1196/1198 erste Privilegien gewährte. Das Hochstift wurde nie Teil der Spanischen oder Österreichischen Niederlande. Im Herbst 1468 ließ Karl der Kühne die Stadt nach einem Aufstand gegen die burgundische Herrschaft plündern und systematisch zerstören; angeblich wurden mehr als 5000 Einwohner ermordet, die Überlebenden durften erst nach sieben Jahren zurückkehren.
Revolution und Ende des Fürstentums
1789 kam es, teils im Zusammenhang mit der Französischen Revolution, zur Lütticher Revolution gegen die absolutistische Herrschaft des Fürstbischofs Cäsar Constantin Franz von Hoensbroech. Anfang 1791 wurde sie von Truppen im Auftrag des Heiligen Römischen Reiches niedergeschlagen. Während der Französischen Revolution wurde die Lambertuskathedrale geplündert und niedergebrannt. 1795 besetzten französische Truppen die Stadt, ordneten sie dem Département de l'Ourthe zu und machten sie zu einem Teil der Ersten Französischen Republik. Der Wiener Kongress stellte das Fürstentum Lüttich nicht wieder her, sondern schlug es dem Königreich der Niederlande zu, aus dem sich 1830 das Königreich Belgien abspaltete, zu dem Lüttich seither gehört.
Das Wappenzeichen des Hochstifts
Das Wappen zeigt in Rot eine goldene, dreigeteilte Säule auf einem dreistufigen Sockel mit drei liegenden Löwen, abgeschlossen von einem kreuzbesetzten Zapfen und begleitet von den Buchstaben L und G. Die Säule stellt das Oberteil des Lütticher Marktbrunnens dar, auf wallonisch peron genannt, ein ehemaliges Justizsymbol, das auch in anderen Städten des Hochstifts Lüttich verwendet wurde.