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Hochstift Lüttich

geistliches Territorium des Heiligen Römischen Reiches

as Bistum wurde im 4. Jahrhundert in Tongern gestiftet und im 6. Jahrhundert nach Maastricht verlegt. Erst Bischof Hubertus nahm 720 seinen Sitz in Lüttich. Karl Martell verlieh dem Bistum Grafschaftsrechte, Otto II. entzog seine Besitzungen der weltlichen Gerichtsbarkeit. Mit der Verleihung der Grafschaften Huy und Brunigerode an Bischof Notger wurde die Grundlage zum Aufstieg der Bischöfe zu Reichsfürsten gelegt. Diese Entwicklung vollzog sich über die nächsten 400 Jahre oft in Konkurrenz zum Herzogtum Brabant. Weitere Erwerbungen waren der Pagus Hasbania, 1095 als Pfand das Herzogtum Bouillon und 1366 die Grafschaft Loon, dazu die Markgrafschaften Franchimont und Condroz. 1274 verlor das Hochstift die Grafschaften Montfort und Kessel an das Herzogtum Geldern. 1365 kaufte es den Stammsitz der Herzöge von Bouillon.

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Zunächst 21, seit 1651 dann 23 sogenannte Bonnes villes bildeten den Dritten Stand der Landstände. Seit 1373 entsandten die Guten Städte Vertreter in das Tribunal des XXII, das aus vier Kanonikern von Saint-Lambert, vier Rittern und 14 Vertretern der Guten Städte bestand. Man zählte 12 villes thioises und 11 villes romanes. Das Hochstift war in 15 Quartiers eingeteilt. Bereits seit etwa 1270 kann man von einer ständestaatlichen Verfassung sprechen. Seither waren die Landstände regelmäßig an zentralen politischen Entscheidungen wie der Erhebung von Steuern beteiligt, was das Land stärkte, den Bischof aber schwächte. Schon 1213 schlugen Milizen des Landes eine Ritterarmee aus Brabant.

Im 14. Jahrhundert wurde das Hochstift Fürstentum mit Sitz und Stimme auf dem Reichstag und zeitweise das mächtigste geistliche Fürstentum im Westen des Reichs. Von 1313 bis 1364 stammten die Bischöfe aus dem mit Burgund verflochtenen Haus der Grafen de la Marck, wodurch sich ein Trend zur Romanisierung verstärkte. Im weiteren 14. Jahrhundert entwickelte sich ein Gegensatz zum expandierenden burgundischen Staat, der 1408 den Lütticher Bischof in dessen Konflikt mit der Stadt Lüttich noch unterstützt hatte. Unter Karl dem Kühnen wurde Burgund zum Konkurrenten. 1468 wurden Land und Stadt Lüttich von burgundischen Truppen verheert, und zwischen 1468 und 1477 gehörte das Hochstift vorübergehend zu Burgund. Das Herzogtum Bouillon ging dabei an die Grafen de la Marck verloren.

Maximilian Heinrich von Bayern ließ 1649 als Koadjutor Ferdinands von Bayern Unruhen in der Stadt Lüttich niederschlagen und eine Zitadelle erbauen. Während des Holländischen Krieges wurde das Hochstift erneut Kriegsschauplatz, 1675/76 war Lüttich französisch besetzt. 1678 musste das Herzogtum Bouillon auf Druck Frankreichs wieder abgetreten werden. Nach Aufständen gegen Maximilian Heinrich brach Wilhelm Egon von Fürstenberg 1684 den Widerstand mit Gewalt. 1789 kam es zur Lütticher Revolution gegen Fürstbischof Cäsar Constantin Franz von Hoensbroech, die Anfang 1791 niedergeschlagen wurde. Nach der Schlacht bei Fleurus 1794 besetzte die Französische Republik das Bistum, im Frieden von Lunéville 1801 wurde es formell an Frankreich abgetreten. 1815 wurde es Teil der Vereinigten Niederlande, 1830/31 kam es an Belgien.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Hochstift LüttichVersionsgeschichteBearbeitungsstand 264619216redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Sir Iainentstanden 2008CC BY-SA 3.0Quelle