Kontextartikel2 Min. Lesezeit

Herzogtum Brabant

historisches Gebiet

ach der Herrschaft der Menapier und der Eingliederung in die Provinz Gallia Belgica bemächtigten sich im 5. Jahrhundert die Franken des Gebiets. Mit dem Vertrag von Verdun 843 wurde das Fränkische Reich geteilt, wodurch Westfrankenreich, Ostfrankenreich und das Lotharii Regnum entstanden, aus dem später das Herzogtum Lothringen mit Brabant hervorging. 870 kam das Gebiet als Teil Lothringens zum Ostfrankenreich und wurde als Gaugrafschaft bezeichnet. Zwischen 900 und 923 fiel Lothringen an den westfränkischen König Karl den Einfältigen. Seit 959 beherrschten die Grafen von Verdun den Brabantgau. Im 11. Jahrhundert wurden die vier Grafschaften auf drei Landesherrschaften verteilt, darunter die Grafschaft Brüssel unter Lambert I. von Löwen. Nach dem Tod des Pfalzgrafen Hermann II. von Lothringen 1085 wies Kaiser Heinrich IV. die vierte Grafschaft als Landgrafschaft dem Grafen Heinrich III. von Löwen zu.

Gottfried I. von Löwen erhielt 1106 das Herzogtum Niederlothringen, sein Urenkel Heinrich I. nahm 1183 den Titel des Herzogs von Brabant an. Johann I. vereinigte nach dem Sieg bei Worringen 1288 die Herzogtümer Limburg und Brabant. Johann III. erweiterte die ständische Verfassung durch die Brabanter Goldene Bulle 1349, was Kaiser Karl IV. bestätigte. Nach Johanns III. Tod 1355 vereinigte Wenzel von Luxemburg, Bruder Kaiser Karls IV., Brabant mit seinem Erbland, geriet das Land aber in Verwirrung. Nach Wenzels Tod 1383 setzten seine Witwe Johanna Margarete von Flandern und deren Gemahl Philipp den Kühnen von Burgund als Erben ein. Nach dem Tod kinderloser Nachfolger fielen Brabant, Limburg und Luxemburg 1430 an Philipp den Guten von Burgund und 1477 durch die Vermählung Marias von Burgund mit Erzherzog Maximilian an das Haus Österreich. Brabant war Hauptland der Burgundischen Niederlande und kam mit der Kreiseinteilung des Heiligen Römischen Reiches zum Burgundischen Reichskreis. Über die Brabanter Straße war es mit Köln und Leipzig verbunden, verlaufend über Siegen, Marburg und Erfurt.

1579 schloss sich Brabant im niederländischen Aufstand der Utrechter Union an, wodurch der nördliche Teil 1648 als Teil der Generalitätslande abgetrennt wurde, während Südbrabant bis 1714 bei der spanisch-österreichischen Linie blieb. Nach dem Spanischen Erbfolgekrieg fiel Brabant 1714 an das österreichisch-habsburgische Kaiserhaus zurück. Unter Joseph II. sagten sich die Stände Brabants 1790 vom Haus Österreich los, fügten sich aber wieder, als Leopold II. ihnen die verlangten Rechte zurückgab. 1795 wurden die Österreichischen Niederlande von Frankreich annektiert, im Frieden von Campo Formio 1797 trat Kaiser Franz I. seine niederländischen Besitzungen formal an Frankreich ab. Nach dem Wiener Kongress wurde Brabant Teil des Vereinigten Königreichs der Niederlande. Südbrabant mit Brüssel war 1830 Mittelpunkt des belgischen Aufstandes, wodurch Südbrabant und die Provinz Antwerpen Teil des neuen Königreichs Belgien wurden, während Noord-Brabant bei den Niederlanden verblieb. 1995 wurde die Provinz Brabant in Flämisch-Brabant, Wallonisch-Brabant und die Region Brüssel-Hauptstadt geteilt.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Herzogtum BrabantVersionsgeschichteBearbeitungsstand 265716667redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Pieter Verbiest (1605?-1693). Cartographe.entstanden 1666Public domainQuelle