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Wenzel von Böhmen

böhmischer und tschechischer Nationalheiliger; Herzog von Böhmen (921–935)

enzel war der älteste Sohn des Přemyslidenfürsten Vratislav I. und der Drahomíra von Stodor. Seine Lehrer waren seine Großmutter Ludmilla und ein Priester namens Učeň, der ihm auf Burg Budeč beibrachte, den Psalter zu memorieren. Beim Tod seines Vaters im Frühjahr 921 war Wenzel etwa 13 Jahre alt. Die Regentschaft sollte seine Mutter Drahomíra ausüben, die Erziehung Wenzels und seines Bruders Boleslav übertrug der Stamm jedoch der Großmutter Ludmilla. Ludmilla wurde am 16. September 921 von Gefolgsleuten ihrer Schwiegertochter ermordet. Erst 924 oder 925 war Wenzel alt genug, um die Regierungsmacht selbst zu übernehmen.

Wenzels erste bekannte Amtshandlung war es, im Jahr 925 die Reliquien der getöteten Großmutter nach Prag zu überführen. Wohl zur gleichen Zeit vertrieb er seine Mutter für eine kurze Zeit aus dem Fürstentum, beides offensichtliche und notwendige Demonstrationen der Macht, denn der Stamm stand nicht geschlossen hinter ihm. Wenzels nachhaltigste Leistung auf religiösem Gebiet war der Bau einer Rotunde auf der Prager Burg, die er mit Tutos Einverständnis an der Stelle des späteren Veitsdomes errichten ließ.

Außenpolitisch stand Böhmen in Wenzels Regierungszeit zwischen drei Mächten. Das Ostfrankenreich war für Böhmen eine ernste Bedrohung, denn der lose Stammesverband und erst recht das kleine mittelböhmische Přemyslidengebiet konnte gegen die fränkischen Truppen militärisch nicht bestehen. Das ungeklärte Verhältnis Böhmens zu seinem Königreich konnte Heinrich I. erst 929 zu seinen Gunsten entscheiden.

Wenzel starb am 28. September des Jahres 929 oder 935 in Altbunzlau eines gewaltsamen Todes. Er fiel einer Verschwörung zum Opfer, an deren Spitze sein Bruder Boleslav stand. Da der Fürst in Prag unangreifbar war, lud ihn Boleslav zu einem Fest zu Ehren der Heiligen Kosmas und Damian ein, denen die Kirche in seiner Burg geweiht war. Als der Fürst am nächsten Morgen allein zum Gebet gehen wollte, griff ihn sein Bruder an. Vor der Kirchentür kam es zu einem Kampf mit den übrigen Verschwörern, in dem Wenzel unterlag.

Spätestens am Ende der 960er Jahre ließ Boleslav I. die Reliquien seines Bruders in die Prager Veitskirche überführen. Um 970 wurde Wenzel in Regensburg in das Sakramentar aufgenommen und bekam einen eigenen Gedenktag. Ab dem 13. Jahrhundert war er nicht mehr nur der Hausheilige der herrschenden Dynastie, sondern der Schutzpatron des ganzen Landes. Auch Karl IV. trug den Namen des Landespatrons bei seiner Taufe. In seine Regierungszeit fällt der Höhepunkt des mittelalterlichen Wenzel-Kultes.

Die sterblichen Überreste Wenzels ruhen in der Wenzelskapelle des Veitsdomes.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Wenzel von BöhmenVersionsgeschichteBearbeitungsstand 267358237mit KI-Unterstützung gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
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