Wilhelm II. (Sizilien)
König von Sizilien
ls zweitgeborener Sohn Wilhelms I. übernahm Wilhelm II. wegen seiner Minderjährigkeit die Herrschaft erst im Dezember 1171 im Alter von 18 Jahren, nachdem zuvor seine Mutter Margarete die Regentschaft geführt hatte. Er schloss sich der Partei des Papstes und der lombardischen Städte gegen Kaiser Barbarossa an, doch 1177 schlossen beide den Frieden von Venedig. Nach Pogromen gegen Italiener in Konstantinopel 1182 und Barbarossas Plänen gegen Byzanz kam es zu einer Annäherung zwischen König und Kaiser, sichtbar an der geplanten Ehe zwischen Barbarossas Sohn Heinrich VI. und Wilhelms Tante Konstanze.
Auf Ersuchen des byzantinischen Prätendenten Alexios Komnenos befahl Wilhelm im Sommer 1185 einen Feldzug nach Griechenland, bei dem Dyrrhachion erobert und Thessalonike geplündert wurde. Am 7. November 1185 wurde das Heer in der Schlacht von Demetritzes geschlagen. 1189 schloss Wilhelm Frieden mit Kaiser Isaak II., ein Feldzug gegen Ägypten scheiterte zuvor, und bei den Vorbereitungen zum Dritten Kreuzzug starb der König. Wilhelm heiratete 1177 Johanna Plantagenet, Tochter Heinrichs II. von England und Schwester Richard Löwenherz, doch die Ehe blieb kinderlos, sodass Heinrich VI. Anspruch auf die Nachfolge erhob. In Sizilien setzte sich jedoch zunächst Tankred von Lecce als König durch, da eine Mehrheit des sizilianischen Adels der deutschen Nachfolge ablehnend gegenüberstand.
Bald nach Erreichen der Volljährigkeit gründete Wilhelm das Kloster S. Maria Nuova als Benediktinerkloster mit Mönchen aus La Cava, das dem Heiligen Stuhl unterstellt wurde. Eine Erhebung zum Bistum hatte Alexander III. offenbar abgelehnt, erst Lucius III. errichtete 1183 in Monreale ein Erzbistum mit Syrakus und Catania als Suffragane. Die Kirche diente auch als Grablege des Hauses Hauteville, in der neben Wilhelms Vater Wilhelm I. auch seine Mutter Margarete und sein Bruder Heinrich bestattet wurden. Wilhelm selbst wurde nach seinem Tod vor dem Altar beigesetzt und erst 1575 durch Erzbischof Ludovico de Torres in den Sarkophag umgebettet.