Palermo
Hauptstadt Siziliens
ach einem Aufschwung unter arabischer Herrschaft, in der Palermo Hauptstadt der Emire von Sizilien wurde, eroberten 1072 die Normannen unter Roger I. die Stadt. Anfang des 12. Jahrhunderts wurde Palermo Hauptstadt der Grafschaft, ab 1130 des Königreichs Sizilien. Unter den normannischen Herrschern entstanden zahlreiche Kirchen und Paläste mit arabischen Stileinflüssen, die Zeugnis einer arabisch-byzantinisch-normannischen Symbiose in der Kunst sind.
Die Kathedrale von Palermo, deren heutiger Bau 1184 und 1185 errichtet wurde, ist das bedeutendste Kirchengebäude der Stadt. Für Deutschland besitzt sie besondere Bedeutung, weil sich in ihr die Gräber der Staufer Heinrich VI. und Friedrich II. sowie seiner Mutter Konstanze von Sizilien befinden. Am Ende des 18. Jahrhunderts erhielt die Kathedrale eine Barockkuppel und wurde im Inneren klassizistisch umgestaltet.
In der Folgezeit nahmen Spanier, Savoyer und Österreicher die Stadt in Besitz, die dabei weiter an Bedeutung verlor. Auch als Sizilien und das Königreich Neapel in Personalunion durch die Bourbonen regiert wurden, blieb Palermo im Schatten Neapels. Nur von 1806 bis 1813 regierte König Ferdinand nach der Eroberung Neapels durch napoleonische Truppen Sizilien von Palermo aus, ehe im Königreich beider Sizilien wieder Neapel zur Hauptstadt wurde.