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Heinrich VI. (HRR)

römisch-deutscher König und Kaiser, König von Sizilien

Kaisersohn und Königswahl

einrich wurde im Herbst 1165 in der Pfalz Nimwegen als zweiter Sohn Kaiser Friedrichs I. und der Beatrix von Burgund geboren. Zu Pfingsten 1169 ließ Friedrich I. auf dem Hoftag in Bamberg den zweitgeborenen Heinrich durch einen Wahlakt zum römischen König bestimmen und umging dabei den erstgeborenen Sohn Friedrich. Grund war wohl die Absicherung der Nachfolge; der Erstgeborene wurde vermutlich wegen seiner schwächlichen Gesundheit übergangen. Bedingungen stellten die Fürsten offenbar nicht. Am 15. August 1169 wurde Heinrich in Aachen zum König gekrönt.

Nach der Rückkehr aus Italien im Jahr 1178 trug Heinrich zunehmend eigene politische Verantwortung. Während sein Vater Heinrich den Löwen niederwarf, war Heinrich vor allem im Westen des Reichs tätig. 1182 vermittelte er in einem Konflikt zwischen dem französischen König und dem Grafen von Flandern. Am 21. Mai 1184 empfingen Heinrich und sein jüngerer Bruder auf dem Hoftag in Mainz die Schwertleite. Spätestens 1184 verhandelte Kaiser Friedrich mit Wilhelm II. von Sizilien über eine Heirat Heinrichs mit Wilhelms Tante Konstanze. Im Heiratsvertrag wurde das Erbrecht Konstanzes auf Sizilien betont.

Die letzten Jahre Barbarossas

Am 27. Januar 1186 wurde Heinrich in Mailand mit Konstanze vermählt. Beide wurden anschließend zum König und zur Königin von Italien gekrönt. Ab diesem Zeitpunkt trug Heinrich den Titel Caesar. Als Friedrich I. 1189 zum Dritten Kreuzzug aufbrach, übertrug er Heinrich die Regierung des Reiches. Heinrich verhandelte mit der Kurie über seine Kaiserkrönung und sicherte dem Papst die Rückgabe aller von den Staufern okkupierten kirchlichen Besitzungen zu. Im Juni des folgenden Jahres starb Kaiser Friedrich während des Kreuzzuges im Fluss Saleph.

Bereits 1189 war Heinrich der Löwe aus der Verbannung nach Deutschland zurückgekehrt und bekriegte seine sächsischen Gegner. Im November 1189 zog König Heinrich gegen ihn nach Sachsen, musste den Feldzug aber wegen der späten Jahreszeit abbrechen. Zugleich erfuhr er vom Tod Wilhelms II. von Sizilien. Tankred von Lecce wurde von einer Mehrheit der Barone zum König erhoben, wodurch das Erbrecht Heinrichs und Konstanzes außer Acht gelassen wurde. Mitte Juli kam in Fulda ein Friedensschluss zustande: Der Löwe erhielt die Hälfte der Reichseinkünfte in Lübeck, musste die Befestigungen Lüneburgs und Braunschweigs schleifen und seinen Sohn Heinrich von Braunschweig mit dem Heer des Königs nach Italien ziehen lassen.

Kaiserkrönung und Feldzug gegen Sizilien

In Italien war Heinrichs Ziel neben der Kaiserkrönung die Eroberung des Königreichs Sizilien. Im April 1191 begannen Verhandlungen mit Papst Coelestin III., am Ostermontag, dem 15. April, wurde Heinrich zum Kaiser gekrönt. Danach zog das Heer nach Apulien, im Mai begann die Belagerung Neapels. Im Hochsommer brach unter den Belagerern eine Seuche aus, an der ein Großteil des Heeres starb; auch der Kaiser erkrankte. Da der sizilianische Admiral Margaritus die pisanische und bald auch die Genueser Flotte vertrieb, brach man die Belagerung Ende August ab. Konstanze wurde gefangen gesetzt und nach Palermo gebracht.

Die Fürstenopposition

Im September 1192 begab sich Heinrich nach Lüttich, um die Stellung des von ihm eingesetzten Bischofs Lothar von Hochstaden zu sichern. Lothar hatte er im Frühjahr auf dem Hoftag zu Worms gegen Albert von Löwen durchgesetzt, den Bruder Heinrichs I. von Brabant. Als Albert von deutschen Rittern erschlagen wurde, lastete Heinrich von Brabant den Mord dem Kaiser an. Der Versuch, den kaiserskeptischen Adel im Westen zu kontrollieren, führte zu neuem Widerstand unter Führung des Kölner Erzbischofs Bruno. Der Opposition schlossen sich die Herzöge von Brabant und Limburg an. Durch den Tod Welfs VI. erbte Heinrich dessen Besitzungen in Schwaben.

Die Gefangennahme Richard Löwenherz’

In die Zeit der Fürstenopposition fällt die Gefangennahme Richard Löwenherz’ auf der Rückreise vom Kreuzzug. Im Dezember 1192 ließ ihn Leopold V. von Österreich festnehmen und zunächst auf der Burg Dürnstein festhalten. Verabredet hatte Heinrich dies zuvor in Mailand mit Philipp August von Frankreich, als Reaktion auf das Bündnis Richards mit Tankred von Lecce. Im März 1193 wurde der Gefangene in Speyer an Heinrich übergeben, der ihn auch auf der Burg Trifels inhaftieren ließ. Heinrich forderte 100.000 Mark, zur Hälfte für Leopold. Die Inhaftierung bedeutete eine schwere Niederlage für die Fürstenopposition.

In zwei Reichsversammlungen, im März 1193 in Speyer und Ende Juni in Worms, einigte sich Heinrich mit Richard über dessen Freilassung. Als Philipp II. August sein Angebot erhöhte, um Richard in eigene Hände zu bekommen, gestand Richard zu, England vom Kaiser als Lehen zu empfangen und über die 100.000 Mark hinaus weitere 50.000 Pfund zu zahlen. Damit erkannte Richard die Oberhoheit des Kaisers an. Heinrich manövrierte sich in eine Vermittlerposition zwischen England und Frankreich. Im Februar 1194 wurde der Konflikt mit den Welfen durch die Ehe des gleichnamigen Sohnes Heinrichs des Löwen mit Agnes von Staufen beigelegt. Im März schloss Heinrich auch mit Heinrich dem Löwen offiziell Frieden.

Die Eroberung Siziliens

Im Februar 1194 starb König Tankred; Nachfolger wurde sein minderjähriger Sohn Wilhelm III., die Regentschaft führte dessen Mutter Sibylle. Im Mai 1194 begann der Kaiser, finanziert mit dem Lösegeld für Richard Löwenherz, einen neuen Feldzug. Im August öffnete Neapel kampflos die Tore. Am 20. November zog Heinrich in Palermo ein und wurde im Dom am 25. Dezember zum König von Sizilien gekrönt. Einen Tag später brachte Konstanze in Jesi bei Ancona Heinrichs einziges Kind zur Welt, den späteren Kaiser Friedrich II. Auf einem Reichstag in Bari im März 1195 wurde Konstanze Regentin neben dem Statthalter Konrad von Urslingen. Das Vorgehen sollte das Normannenreich unlösbar in den Reichsverbund einschließen.

Der Kreuzzugsplan

Auf dem Hoftag von Bari gelobte Heinrich der Kurie einen Kreuzzug. Dieser sollte Papst Coelestin III. dazu bewegen, der Vereinigung Siziliens mit dem Reich zuzustimmen und die Lehnshoheit über Sizilien aufzugeben. Heinrich versprach 1.500 Ritter und dieselbe Anzahl an Fußsoldaten für ein Jahr. Eine zentrale Rolle spielten wohl eschatologische Vorstellungen: Heinrich verstand sich oder einen Nachfolger aus seinem Haus als Friedenskaiser, den letzten Kaiser vor dem Jüngsten Gericht, der mit der Eroberung Jerusalems und der Niederlegung von Krone und Zepter auf Golgatha das Jüngste Gericht einleiten würde. Umstritten ist in der Forschung, ob sich Heinrichs Expansionsabsichten auch gegen das Byzantinische Reich richteten.

Der Erbreichsplan

Heinrich designierte seinen Sohn Friedrich zum Nachfolger als deutscher König; die Wahl scheiterte am Widerstand des Kölner Erzbischofs Adolf. Im März 1196 schlug Heinrich den Fürsten in Mainz vor, das Reich zu einem Erbreich zu machen. Die Fürsten standen dem reserviert gegenüber, da ihr Recht zur Königswahl verloren gegangen wäre. Nach Drohungen Heinrichs stimmten sie zu. Als Gegenleistung sollten sie ihre Lehen auch in weiblicher Linie vererben dürfen. Widerstand sammelte sich jedoch in Thüringen und Sachsen, einige nahmen ihre Zustimmung zur Wahl Friedrichs zurück. Der Kaiser entließ die Fürsten aus ihren Versprechungen. Um die Weihnachtszeit 1196 wählten sie Friedrich in Frankfurt am Main zum römischen König.

Früher Tod

Im Mai 1197 begab sich Heinrich zur Vorbereitung seines Kreuzzugs nach Messina. Dort erfuhr er von einer Verschwörung sizilianischer Adeliger, die seine Ermordung planten. Ende August soll ihn auf der Jagd bei Fiumedinisi ein heftiger Schüttelfrost befallen haben; am 28. September 1197 starb er im Alter von 31 Jahren in Messina. Vermutet wird, dass er an den Spätfolgen einer Malaria starb, die er sich möglicherweise 1191 während der Belagerung Neapels zugezogen hatte. In Deutschland wählten die staufischen Parteigänger Heinrichs jüngsten Bruder Philipp von Schwaben, die Welfen Otto IV. von Braunschweig zum König. 1198 bestieg Innozenz III. den Papstthron. Im selben Jahr starb Konstanze.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Heinrich VI. (HRR)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 270329727redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Meister des Codex Manesseentstanden 1305Public domainQuelle