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Abtei Gorze

Kloster in Frankreich

egründet wurde die Benediktinerabtei von Bischof Chrodegang von Metz, geweiht war sie Gorgonius von Rom. Als bischöfliches Eigenkloster war sie reich begütert. Das lange überlieferte Gründungsdatum 748 gilt der neueren Forschung als Fälschung, tatsächlich bezieht sich die Gründung auf ein im Mai 757 in Compiègne unterzeichnetes Privileg Chrodegangs, mitunterzeichnet vom Konstanzer Bischof Sidonius, vermutlich im Rahmen einer fränkischen Reichssynode. Schon bald ging vom Kloster wichtige Wirkung aus, es trug entscheidend zur Durchsetzung des benediktinischen Mönchtums im Fränkischen Reich bei, etwa bei der Reform von Gengenbach 761 und der Besiedlung des Klosters Lorsch 765. Frothar, später Bischof von Toul, berichtet, dort aufgewachsen zu sein. Danach verfiel die Abtei, ein erster Reformversuch um 843 unter Bischof Adventius blieb ohne dauerhaften Erfolg, zuletzt zählte die Gemeinschaft nur noch etwa 20 Mönche.

Seit 933 erfuhr die Abtei unter Bischof Adalberto I. einen neuen Aufschwung. Er übergab das Kloster einer Gruppe um Abt Einold und den Mönch Johannes von Gorze, die eine strenge Gemeinschaft nach der Regel des heiligen Benedikt gründen wollten, unterstützt durch die Rückgabe entfremdeten Klosterguts. Gorze wurde so zum Ausgangspunkt der Gorzer Reform, die schließlich 170 Klöster erfasste, darunter das Kloster Hirsau. Neben der Reformbewegung von Cluny war sie eine der bedeutendsten Erneuerungsbewegungen des mittelalterlichen monastischen Lebens und erlangte über Heribert von Köln auch Bedeutung für die restauratio imperii. Seit der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts entfaltete eine junggorzische Reform neue Ausstrahlung, die Elemente Clunys mit den älteren Traditionen Gorzes verband. Etwa zweihundert Jahre lang gingen von Gorze, gefördert von Adel, hohem Klerus und römisch-deutschem Königtum, wichtige Impulse aus, seine Klosterschule bildete zahlreiche spätere Reformbischöfe aus, und das Kloster besaß zeitweise eine hervorragende Bibliothek.

Später verlor das Kloster an spiritueller Bedeutung, doch bildete sich der kleine klösterliche Herrschaftsbezirk Terre-de-Gorze aus. 1453 verlor die Abtei ihre Selbstständigkeit und wurde lehnsabhängig, zunächst vom Haus Borgia, später vom Herzogtum Lothringen. 1572 wurde Gorze säkularisiert, durch den Frieden von Vincennes kam die Terre-de-Gorze 1661 vom Heiligen Römischen Reich an Frankreich. Obwohl keine Mönchsgemeinschaft mehr bestand, gab es bis 1752 noch einen Fürstabt. Die alte Abteikirche Saint-Étienne wurde 1609 abgerissen, erhalten blieb die gotische Kirche Saint-Pierre-Saint-Paul aus dem ersten Viertel des 13. Jahrhunderts. Das Kloster St. Georgenberg in Worms-Pfeddersheim war ein Filialkonvent der Abtei Gorze.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Abtei GorzeVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270637558redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Friedrich Tellbergentstanden 2011CC BY-SA 3.0Quelle