Kontextartikel2 Min. Lesezeit

Kloster Hirsau

ehemaliges Benediktinerkloster in Hirsau bei Calw

St. Aurelius II

m Jahre 1049 ließ Papst Leo IX. bei einem Besuch die Gebeine des Heiligen Aurelius suchen und ausgraben und beauftragte seinen Neffen, Graf Adalbert von Calw, das Kloster wieder zu errichten. Der Neubau begann 1059 als dreischiffige romanische Säulenbasilika mit Querhaus und Kreuzgang. Nach dem Umzug der Mönche ins Peter-und-Paulskloster im Jahr 1092 wurde St. Aurelius zu einem untergeordneten Priorat. Ende des 15. Jahrhunderts wurden die Gemäuer renoviert, doch schon 1555 hob die württembergische Reformation das Kloster auf. 1584 wurden Klausur und Kirche wegen Baufälligkeit größtenteils abgerissen, der Rest diente später unter anderem als Stall, Scheune und Lagerhalle.

St. Peter und Paul

Dank der Reformen des Abtes Wilhelm ab 1069 hatte Hirsau großen Zulauf, sodass St. Aurelius zu klein wurde. Auch der Wunsch, den Machtanspruch der Kirche im Investiturstreit zu verdeutlichen, machte eine größere Anlage nötig. Anlass könnte die Plünderung durch die Truppen des 1079 gefallenen Straßburger Bischofs Werner II. von Achalm gewesen sein, den König Heinrich IV. mit der Zerstörung des Klosters beauftragt hatte. Die Bauarbeiten begannen 1082, die Weihe der Kirche erfolgte 1091, ab 1092 siedelte der Konvent über. Friedrich II. übernahm 1215 die Vogtei der Außenbesitzungen und ab 1223 die Gesamtvogtei. 1458 schloss sich Hirsau der Bursfelder Kongregation an. 1536 wurde der Konvent im Zuge der Reformation aufgelöst, im Dreißigjährigen Krieg kehrten zeitweise Mönche zurück, und von 1630 bis 1651 wechselte der Besitz mehrfach zwischen katholischen und evangelischen Herren.

Marienkapelle

Seit dem frühen 18. Jahrhundert nutzt die evangelische Kirchengemeinde Hirsau die spätgotische Marienkapelle als Pfarrkirche. Sie blieb als einziges Gebäude beim großen Klosterbrand von 1692 unversehrt und wurde wenig später evangelische Gemeindekirche. Zwischen 1888 und 1892 überarbeitete der württembergische Oberbaurat Karl von Sauter sie im neugotischen Stil. 1970 schuf der Glaskünstler Wolf-Dieter Kohler die drei Chorfenster, und um 1920 entstand nach einem Entwurf der Stuttgarter Künstlerin Käte Schaller-Härlin das Chor-Nordfenster zum Gefallenen-Gedenken 1914/18.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Kloster HirsauVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270524146redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Dagmar Hollmannentstanden 2010CC BY-SA 3.0Quelle