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Pfälzischer Erbfolgekrieg

Krieg zum Machtausbau unter Ludwig XIV., 1688–1697

udwig XIV. leitete aus dem Westfälischen Frieden ein Interventionsrecht Frankreichs ab und suchte im Reich aktiv Verbündete. Frankreich trat als Schiedsrichter in Streitfällen wie zwischen Kurmainz und der Kurpfalz 1658 auf. Der Devolutionskrieg von 1667/68 gegen die Spanischen Niederlande berührte auch den Burgundischen Reichskreis, doch das Reich leistete kaum Widerstand. Aus Furcht vor habsburgischer Dominanz erschien vielen Reichsständen in den 1660er Jahren ein Bündnis mit Frankreich als logisch. Durch die fortgesetzte Expansionspolitik verlor Ludwig XIV. jedoch an Prestige, etwa durch die Besetzung Lothringens 1670 und die Auslösung des Holländischen Krieges, in dem die Mehrheit der Stände gegen ihn stand.

Die Reunionspolitik brachte die meisten Reichsstände wieder auf kaiserliche Seite. Ludwig XIV. beanspruchte mit Berufung auf einen unscharfen Artikel des Westfälischen Friedens Reichsterritorien im Elsass und annektierte 1681 ohne Rechtsanspruch die Reichsstadt Straßburg. Vauban befestigte die Stadt mit einer Zitadelle. Mit der Unterwerfung des Elsass ging die Förderung des Katholizismus einher. Im Reunionskrieg 1683/84 ließ Ludwig XIV. Luxemburg besetzen und erwarb in Italien Casale. Die französische Politik führte zur Empörung im Reich und zum Abschluss einer defensiven Reichskriegsverfassung mit einem von den Reichskreisen zu stellenden Heer, wogegen sich armierte Stände wie Kurbrandenburg wandten. Kaiser Leopold I. setzte stattdessen lieber auf Bündnisse wie die Laxenburger Allianz.

1688 fiel Frankreich, wie angekündigt, in die Pfalz und das linksrheinische Gebiet ein. Ludwig XIV. hoffte auf einen kurzen Feldzug nach Art des Reunionskrieges. Die Armee überschritt am 24. September 1688 mit 40.000 Mann unter dem Dauphin und Marschall Duras den Rhein bei Straßburg. Erstes Ziel war Philippsburg, das im Oktober 1688 fiel, danach Mannheim und Frankenthal. Mainz und Heidelberg ergaben sich rasch. Französische Truppen plünderten bis Ulm und Mergentheim, bei Widerstand wurden Orte zerstört. Zu einer Feldschlacht kam es in Deutschland dabei nicht.

Der Westfälische Friede von 1648 und der Friede von Nimwegen von 1679 wurden im Friedensschluss bestätigt. Straßburg und das gesamte Elsass blieben französisch, ebenso Saarlouis, mit dem Oberrhein als Grenze. Frankreich musste aber die übrigen seit Nimwegen gewonnenen Gebiete räumen. Freiburg im Breisgau, Breisach und der Breisgau kamen an Österreich zurück. Das Herzogtum Lothringen, Pfalz-Zweibrücken und kleinere linksrheinische Territorien wurden restauriert, wobei Lothringen französischen Truppen den Durchmarsch erlauben musste. Dies war ein Erfolg für Leopold I., der dieses Ziel seit 1680 verfolgt hatte. Die französischen Ansprüche auf das pfälzische Erbe wurden später finanziell abgegolten.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Pfälzischer ErbfolgekriegVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270375706redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Jean-Baptiste Martinentstanden 1693Public domainQuelle