Acerbus Morena
Chronist und Richter in Lodi
cerbus Morena setzte die von seinem Vater Otto Morena begonnene Chronik Historia Friderici I. imperatoris fort und behandelte den Zeitraum von 1161/62 bis August 1164. Ein möglicher dritter Teil geht entweder auf den Vater selbst oder auf einen anonymen Bearbeiter zurück. Die Chronik schildert den Kampf von Lodi gegen Mailand sowie die Feldzüge und Handlungen Friedrichs I. in der Lombardei. Friedrich I. war 1153 von Lodi, das 1111 von den Mailändern zerstört worden war, um Hilfe gerufen worden und kämpfte fortan an der Seite des Kaisers gegen Mailand.
Acerbus war, wie schon sein Vater, Richter in Lodi und wurde von Konrad III. zum iudex ac missus ernannt; nach Angaben Franz-Josef Schmales überlebte er seinen eigenen Sohn. Spätestens ab 1162 bekleidete er zudem das Amt des Podestà von Lodi. Darüber hinaus wirkte er als kaiserlicher Richter, imperialis curie iudex, und als Notar.
Acerbus nahm an der Belagerung von Mailand teil und begleitete Friedrich I. 1167 nach Rom, wo der Kaiser starb. Im selben Jahr starb auch Acerbus, an der Pest, die im Heer Friedrichs I. ausgebrochen war.
Wie sein Vater schrieb Acerbus in schlechtem Latein, doch detailreich und knapp, ohne Ausschmückungen. Seine Chronik enthält zudem für solche Werke ungewöhnlich einprägsame Persönlichkeitsschilderungen, die den Augenzeugencharakter vieler Ereignisschilderungen unterstreichen.