Achtzigjähriger Krieg
Spanisch-Niederländischer Krieg (1568–1648)
or dem Krieg gehörten die Spanischen Niederlande, bestehend aus 17 Provinzen, als Teil des ehemaligen Herzogtums Burgund zum spanischen Zweig der Habsburger. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts verbreitete sich dort im Zuge der Reformation der Calvinismus. Antwerpen war Zentrum des europäischen Kapitalmarktes, Antwerpen und Rotterdam bedeutende Umschlagplätze für Handel mit Übersee und den Kolonien in Südamerika. Wegen dieser wirtschaftlichen Macht und der strategischen Lage wollten die spanischen Habsburger die Niederlande nicht aus ihrem Besitz entlassen. Philipp II. übernahm 1555 die Herrschaft von seinem Vater Karl V. und setzte die Ketzerverfolgungen fort. 1559 ernannte er neue Bischöfe und verkleinerte die Bistümer, um die Gegenreformation zu verschärfen und die im Großen Privileg von 1477 zugestandenen ständischen Freiheiten zurückzunehmen. Als Statthalterin setzte er seine Halbschwester Margarethe von Parma ein, mit Kardinal Antoine Perrenot de Granvelle als erstem Minister.
Mitglieder des niederländischen Staatsrates unter Wilhelm I. von Oranien und den Grafen von Egmond und Hoorn protestierten und erzwangen 1564 Granvelles Rücktritt. Philipp entsandte 1567 den Herzog von Alba als neuen Statthalter, dessen Blutrat von Brüssel 1037 Aufständische hinrichtete, unter ihnen Egmond und Hoorn. Albas Willkür provozierte neue, nun landesweite Aufstände. Der Krieg begann mit der Schlacht von Heiligerlee 1568, in der Adolf von Nassau fiel. 1572 eroberten die Wassergeusen Zeeland und Holland, Wilhelm von Oranien wurde Statthalter der befreiten Provinzen. Nach der Befreiung Leidens formulierten alle Siebzehn Provinzen 1576 in der Genter Pazifikation gemeinsame Forderungen nach Abzug der Spanier und Religionsfreiheit, die letzte gemeinsame Handlung aller Provinzen.
1579 zerbrach die Einheit der Provinzen an konfessionellen Gegensätzen: die südlichen schlossen sich zur Union von Arras, die nördlichen zur Utrechter Union zusammen. 1581 bildeten die Provinzen der Utrechter Union die Republik der Vereinigten Niederlande und erklärten im Plakkaat van Verlatinghe ihre Unabhängigkeit. Wilhelm wurde 1584 ermordet, sein Sohn Moritz von Oranien folgte ihm nach. 1596 handelte Johan van Oldenbarnevelt einen Pakt mit England aus, Moritz reformierte das Heer. Nach Philipps II. Tod 1598 und der Belagerung von Ostende einigten sich beide Seiten 1609 auf einen zwölfjährigen Waffenstillstand. 1621 brach der Krieg im Rahmen des Dreißigjährigen Krieges erneut aus. Nach Eroberung der spanischen Silberflotte durch Piet Pieterszoon Heyn finanzierte Friedrich Heinrich weitere Eroberungen. 1648 schlossen die Vereinigten Niederlande im Frieden von Münster, Teil des Westfälischen Friedenskongresses, Frieden mit Spanien und erhielten internationale Anerkennung.