Ätna
höchster aktiver Vulkan Europas auf Sizilien
Ausbrüche in römischer Zeit
er exzentrische Ausbruch von 693 v. Chr. ist die erste schriftlich überlieferte Eruption des Ätna und zerstörte die 729 v. Chr. gegründete Stadt Catania. Weitere Ausbrüche sind aus den Jahren 475, 425 und 394 v. Chr. bekannt. In römischer Zeit sind größere Ausbrüche in den Jahren 350, 141, 135 und 126 v. Chr. überliefert. Für 122 v. Chr. wurde ein explosiver Ausbruch der Stärke VEI 5 am Gipfel ermittelt, bei dem in Catania viele Gebäude beschädigt wurden und sich vermutlich eine neue Caldera bildete. 44 v. Chr. wurde ein großer Ausbruch registriert, dessen Asche den Himmel in Rom verdunkelte.
Mittelalterliche Eruptionen
Sicher überliefert ist der Ausbruch von 252 bis 253, bei dem Lava aus dem Monpeloso Catania erneut zerstörte und als 3 Kilometer breiter Strom ins Meer floss. Größere Aktivitäten gab es 812 und 1169, wobei bei den Eruptionen und Erdbeben von 1169 etwa 15.000 Menschen im Osten Siziliens ums Leben kamen. Weitere größere Ausbrüche sind aus den Jahren 1194, 1197, 1222, 1250 und 1284 bekannt.
Der schlafende Kaiser im Berg
Auch im Mittelalter war der Ätna ein häufiges Element der Sagenwelt. Dante verlegt in seiner Divina Comedia den Mongibello mit der düsteren Schmiedewerkstatt des Vulkan in die Hölle, den Ort der Strafen. Vom Ätna wird berichtet, Dietrich von Bern sei am Ende seines Lebens in den Berg hineingeritten. Einer anderen Sage nach schläft Kaiser Friedrich II. im Ätna, eine Sage, die nur auf Sizilien verbreitet ist. In Deutschland schläft er je nach Version im Kyffhäuser, im Trifels oder im Untersberg.
Der Ätna in der Literatur
Der griechische Dichter Pindar schildert den Ätna in seinen Epinikia, und Vergil beschreibt im 3. Gesang seiner Aeneis den nächtlichen Anblick des Ätna während der Fahrt des Aeneas an der Küste Siziliens entlang. Johann Wolfgang von Goethe, stets an Geologie interessiert, berichtet in seiner Italienischen Reise über den Ätna wie auch über den Vesuv. Während er den Vesuv zweimal bis zum Krater bestieg, lag der Ätna noch im Schnee, weshalb er sich am 5. Mai 1787 auf die nördlich von Nicolosi gelegenen Vorkrater der Monti Rossi begab.