Albertiner
Adelsgeschlecht
rnst und Albrecht von Sachsen, Söhne Kurfürst Friedrichs II., regierten ihr Erbe zunächst gemeinsam, wobei Ernst als Älterer die Kurfürstenwürde besaß. 1485 teilten die Brüder ihre Länder in der Leipziger Teilung. Albrecht und seine Nachkommen erhielten ein Territorium mit Dresden als Zentrum und regierten fortan als Herzöge von Sachsen. Während der ernestinische Kurfürst Friedrich der Weise die Reformation unterstützte, versuchte der albertinische Herzog Georg der Bärtige, sie in seinem Gebiet zu verhindern. Erst sein Bruder Heinrich der Fromme, der Georg als Herzog nachfolgte, führte die Reformation auch im albertinischen Sachsen ein.
Der Albertiner Moritz von Sachsen war Protestant, stellte sich 1546 aber auf die Seite Kaiser Karls V. gegen die evangelischen Fürsten des Schmalkaldischen Bundes unter seinem ernestinischen Vetter Johann Friedrich. Nach der Niederlage der Protestanten im Schmalkaldischen Krieg erhielt Moritz 1547 vom Kaiser die Kurwürde und große Teile der ernestinischen Länder. Seitdem waren die Albertiner die führende Linie des Gesamthauses Wettin. Die 1485 vereinbarte gemeinsame Münzprägung der beiden Linien wurde aufgegeben, und der neue Kurfürst Moritz münzte fortan nur noch in eigenem Namen.
1806 ernannte Napoleon I. den sächsischen Kurfürsten Friedrich August III. zum König von Sachsen, der sich seitdem König Friedrich August I. von Sachsen nannte. Von 1807 bis 1815 war er zugleich Herzog von Warschau. Nach dem Wiener Kongress verlor Sachsen über die Hälfte seines Territoriums an Preußen, darunter den alten sächsischen Kurkreis um Wittenberg. In der Novemberrevolution von 1918 wurde der letzte Albertiner, König Friedrich August III., gestürzt.