Schmalkaldischer Bund
Verteidigungsbündnis protestantischer Fürsten und Städte unter Führung von Kursachsen und Hessen gegen die Religionspolitik Karls V.
er sächsische Kurfürst Johann lud für den 22. Dezember 1530 Vertreter protestantischer Städte und Territorien nach Schmalkalden ein. Aus den Beratungen wurden bald Bündnisverhandlungen. Am 27. Februar 1531 wurde der Vertrag offiziell unterzeichnet. Der Bund war ein defensiv ausgerichtetes Militärbündnis mit Verpflichtung zu gegenseitiger Hilfe im Falle eines katholischen Angriffs. Die Führung lag faktisch bei Hessen und Kursachsen, den beiden bedeutendsten protestantischen Fürstentümern der Zeit.
In den Jahren 1536 bis 1542 funktionierte der Bund sehr effizient und befand sich auf dem Höhepunkt seiner Macht. Neben der militärischen Verteidigung formulierte er politische Forderungen wie die freie Konfessionswahl der Fürsten oder den Aufbau eigener Landeskirchen. Außerdem wurde er zu einem wichtigen Verhandlungspartner im Reich und auf europäischer Ebene.
Ab den 1540er Jahren wurde es immer schwieriger, die inneren Differenzen des Bundes zu überbrücken. Im Sommer 1542 nutzten die beiden Hauptleute das militärische Potential des Bundes, um Herzog Heinrich II. von Braunschweig-Wolfenbüttel aus seinem Land zu vertreiben. Der Herzog war ein treuer Parteigänger des Kaisers und ein entschiedener Gegner der Reformation. Diese Aktion war von den Statuten des Bundes in keiner Weise gedeckt. Ab 1542 war der Bund deshalb weitestgehend gelähmt.
Der formale Grund für die Eröffnung der Kriegshandlungen war die Vollstreckung der Reichsacht an Kursachsen und Hessen. Im Laufe des Jahres 1546 eroberten die kaiserlichen Truppen im Bündnis mit Bayern fast alle protestantischen Gebiete in Süddeutschland. Ein Jahr später wurden die sächsischen Truppen in der Schlacht bei Mühlberg endgültig vernichtend geschlagen. Die sächsische Kurwürde wurde Moritz am 4. Juni 1547 verliehen. Nach dem Sieg des Kaisers wurden die Verhandlungen endgültig abgebrochen und der Schmalkaldische Bund aufgelöst.