Albertus Magnus
deutscher Gelehrter und Bischof sowie Kirchenlehrer und Schutzpatron der Naturwissenschaftler
m Jahre 1243 ging Albertus für fünf Jahre an die Universität Sorbonne nach Paris, wo er 1245 den Titel eines Magisters der Theologie erwarb und sich intensiv mit Aristoteles und der jüdisch-arabischen Philosophie befasste. Thomas von Aquin schloss sich ihm dort als Schüler an. 1248 setzte Albert als Angehöriger einer Kommission von vierzig Sachverständigen seine Unterschrift unter ein Dokument, das den Talmud und andere jüdische Texte verurteilte und deren Verbrennung anordnete. Im selben Jahr kam er nach Köln, um das neu gegründete Studium Generale seines Ordens zu leiten, unter dessen Leitung die Kölner Klosterschule großen Ruf erlangte. Wahrscheinlich war er am 15. August 1248 Zeuge der Grundsteinlegung des Kölner Doms. In den Auseinandersetzungen zwischen Stadt und Erzbischof gutachtete er im Kleinen Schied 1252 und im Großen Schied 1258 zu Gunsten der Bürgerschaft, deren Rechte Erzbischof Konrad von Hochstaden auf sein Anraten hin anerkannte.
Am 5. Januar 1260 wurde Albert von Papst Alexander IV. zum Bischof von Regensburg und damit zum Reichsfürsten ernannt, nachdem der gewählte Dompropst Heinrich von Lerchenfeld wegen zerrütteter Verhältnisse verzichtet hatte. Albert übernahm das Amt nur ungern und sah sich Kritik der Ordensleitung gegenüber, die die Bischofswürde als unvereinbar mit dem Armutsprinzip ansah. Dennoch ließ er sich im Juli 1260 weihen und übernahm ein hochverschuldetes Hochstift, dessen Schuldenlast er zu einem beachtlichen Teil abtragen konnte. Wegen seines einfachen Schuhwerks erhielt er den Beinamen Bundschuh. 1262 hielt er sich am Hof von Papst Urban IV. in Orvieto auf, wo ihn der Papst im Februar 1262 von seinem Bischofsamt entpflichtete.
Am 13. Februar 1263 ernannte ihn Urban IV. zum Kreuzzugsprediger für die deutschsprachigen Gebiete, ein Amt, das Albert 1263 und 1264 gemeinsam mit Berthold von Regensburg in Deutschland und Böhmen ausübte, bis er es nach dem Tod des Papstes am 2. Oktober 1264 niederlegte. Ab 1264 nahm er die Lehrtätigkeiten in Würzburg, Straßburg und Köln wieder auf. Im Jahr 1268 weihte er den Altar der Dominikanerkirche in Esslingen am Neckar. Um 1269 kehrte er endgültig in das Dominikanerkloster Hl. Kreuz in Köln zurück. 1274 trat er auf dem Zweiten Konzil von Lyon für die Anerkennung Rudolfs von Habsburg als deutscher König ein. Am 15. November 1280 starb Albertus in Köln.