Konrad von Hochstaden
Erzbischof von Köln
onrad wurde am 30. April 1238 als Nachfolger von Heinrich I. von Müllenark zum Erzbischof gewählt. Anfang August wurde er im Lager zu Brescia durch Kaiser Friedrich II. mit den Regalien des Reiches belehnt und zeigte sich zunächst stauferfreundlich. Bereits im Frühjahr des Folgejahres wechselte er zur päpstlichen Partei, auch weil er mit dem Erzbistum enorme Schulden seines Vorgängers übernahm. In Territorialkriegen mit Brabant, Jülich, Sayn, Limburg und Berg zwischen 1239 und 1244 mischten sich Eigeninteressen und Reichsinteressen. Nach einer Niederlage in der Schlacht bei Lechenich geriet er von Februar bis November 1242 in Gefangenschaft auf der Jülicher Burg Nideggen, aus der er dennoch mit Machtzuwachs hervorging.
Mitte der 1240er Jahre war Konrad der mächtigste Reichsfürst und konnte sich die Etablierung eines antistaufischen Gegenkönigtums erlauben. Entscheidend war sein Standpunkt, dass ohne Zustimmung und Krönung durch den Erzbischof von Köln keine gültige Königserhebung möglich sei. Im März 1249 zum Mainzer Erzbischof gewählt, lehnte er dieses Amt auf päpstliches Verlangen ab und erhielt dafür die Legatenwürde für Deutschland, die ihm Papst Innozenz IV. jedoch nach Jahresfrist nicht verlängerte. 1254 und 1255 kam es zu Spannungen mit König Wilhelm, der sich mit Hilfe des Rheinischen Städtebundes der Bevormundung zu entziehen suchte. Im Oktober 1243 zwang er den Grafen von Jülich, im August 1256 den Bischof von Paderborn zur Anerkennung seiner Stellung.
1252 beendete der sogenannte Kleine Schied den Streit zwischen Erzbischof und Stadt um das Münzrecht, wobei unter anderen Albertus Magnus als Schiedsrichter fungierte. 1258 sprach Albertus Magnus im Großen Schied dem Erzbischof die höchste geistliche und weltliche Macht zu, der Stadt aber eine eigene Gerichtsbarkeit mit Schöffen und Amtleuten. Schon 1259 brach Konrad die Macht des Patriziats, indem er neue Schöffen aus den Zünften statt aus dem Patriziat einsetzte. Einen Aufstand der Patrizier 1260 schlug er brutal nieder und sperrte Beteiligte in der Godesburg ein. Am 7. Mai 1259 verlieh er der Stadt das Stapelrecht, wonach auswärtige Kaufleute ihre über den Rhein transportierten Waren zunächst in Köln anbieten mussten.