Wilhelm von Holland
römisch-deutscher König
Wahl und Krönung
ilhelms Eltern waren Graf Florens IV. von Holland-Zeeland und Gräfin Mathilde von Brabant. 1234 folgte er seinem Vater als Graf, bis 1239 unter Vormundschaft seiner Onkel Wilhelm und Otto. Nach dem Tod des Gegenkönigs Heinrich Raspe wurde Wilhelm am 3. Oktober 1247 in Worringen von der päpstlichen Partei zum König gewählt. Am 1. November 1248 krönte ihn der Kölner Erzbischof Konrad I. von Hochstaden in Aachen, das er nach fast siebenmonatiger Belagerung erobert hatte. Da sich die Kurfürsten teils für den Staufer Friedrich II. aussprachen, teils keinen der beiden Könige wollten, musste Wilhelm ohne Erfolg nach Holland zurückkehren.
Aufstieg im Reich
Im gleichen Jahr errichtete Wilhelm an der Nordseeküste ein Jagd- und Lustschloss, das später mit Erweiterungen den Kern des Binnenhofs bildete, heute Sitz des niederländischen Parlaments in Den Haag. Erst nachdem Friedrich II. 1250 gestorben war und sein Sohn Konrad nach Italien eilen musste, gewann Wilhelm durch Gnadenbezeugungen, Belehnungen und die Heiratsverbindung mit dem welfischen Haus Braunschweig-Lüneburg mächtige Anhänger unter den sächsischen und ostsächsischen Fürsten, darunter seinen Schwiegervater Herzog Otto I. von Braunschweig-Lüneburg, die Markgrafenbrüder Johann I. und Otto III. von Brandenburg sowie Herzog Albrecht I. von Sachsen-Wittenberg.
Anerkennung und Tod
Nach Konrads IV. Tod im Mai 1254 wurde Wilhelm im Reich allgemein als König anerkannt, während er sich zugleich mit dem Kölner Erzbischof, seinem alten Gönner, überwarf. Er führte gegen Gräfin Margarete von Flandern einen Krieg, aus dem er in der Schlacht bei Westkapelle als Sieger hervorging. 1256 zog er aus, um aufständische Friesen zu unterwerfen, brach am 28. Januar auf diesem Feldzug mit seinem Pferd bei Hoogwoud durch das Eis und wurde von den Friesen gefunden und getötet. Die Leiche wurde verscharrt.
Nachwirken
Erst 1282 fand sein Sohn und Nachfolger als Graf von Holland, Florens V., den Leichnam und brachte ihn nach Middelburg, wo sich sein Grab an der Südwand der Chorkirche der Abtei befindet. Wilhelm war seit 1252 mit Elisabeth von Braunschweig verheiratet, der Tochter Herzog Ottos des Kindes. Die beiden hatten zwei Kinder: Florens V., Graf von Holland, und Mechthild.