Alexander III. (Papst)
Papst (1159–1181)
ach dem Tod Hadrians IV. wurde Orlando Bandinelli am 7. September 1159 von einer Mehrheit gregorianisch gesinnter Kardinäle zum Nachfolger gewählt. Eine kaiserfreundliche Minderheit stimmte jedoch für Octaviano de Montecello. Da zuvor Einstimmigkeit vereinbart worden war, hielten sie Orlando für nicht gewählt. Als Orlandos Anhänger ihm dennoch den päpstlichen Mantel umlegten, riss Octaviano ihm diesen wieder vom Leib. Es kam zu Tumulten, und Orlando flüchtete in die Vatikanfestung nahe St. Peter.
Am 18. September 1159 wurde Roland in Cisterna als Papst Alexander III. bestätigt, die Weihe erfolgte zwei Tage später in Ninfa. Octaviano wurde am 5. Oktober 1159 zum Gegenpapst Viktor IV. erhoben. 1160 verhängte die von Kaiser Friedrich I. einberufene Synode von Pavia Reichsacht und Kirchenbann über Alexander III., der als Reichsfeind und Schismatiker galt. Alexander III. exkommunizierte daraufhin am 24. März 1160 Kaiser und Gegenpapst. Auf der Synode zu Toulouse im Oktober 1160 wurde er von England, Frankreich, Irland, Norwegen und Spanien anerkannt. Da Friedrich I. 1162 Mailand eroberte, musste Alexander über Genua nach Frankreich fliehen. Nach dem Tod Viktors IV. 1164 in Lucca setzte Rainald von Dassel die Wahl Guidos von Crema zum Gegenpapst Paschalis III. durch. Auf dem Hoftag zu Würzburg 1165 verpflichtete sich der Kaiser in den Würzburger Eiden, nur Paschalis III. anzuerkennen. Alexander III. kehrte 1165 nach Italien zurück und agierte von Benevent aus.
Seit 1170 bestand der Kaiser nicht mehr auf den Würzburger Eiden, und die Stimmen bei Hofe, die auf einen Ausgleich mit Alexander III. drängten, nahmen zu. Eine kaiserliche Delegation handelte in Anagni einen vorläufigen Vertrag über die Beendigung des Schismas aus. Schließlich söhnten sich Alexander III. und Friedrich I. in Venedig aus. Am 24. Juli 1177 leistete Friedrich Barbarossa den Stratordienst und küsste Alexander die Füße. Im Frieden von Venedig erkannte der Kaiser Alexander III. am 1. August 1177 als rechtmäßigen Papst an. Die römische Kommune vertrieb Alexander jedoch kurz nach dem Dritten Laterankonzil, das vom 5. bis 19. März 1179 stattfand, sodass er seinen Lebensabend an verschiedenen Orten im Kirchenstaat verbrachte.