Rainald von Dassel
Erzbischof von Köln und Erzkanzler für Reichsitalien
m Mai 1156 berief Kaiser Friedrich I. Barbarossa Rainald in die Reichskanzlei. Zwischen beiden bestand ein enges, vertrauensvolles Verhältnis, und Rainald bestimmte die Politik des Herrschers bis zu seinem Tod entscheidend mit. Er führte neue Begriffe in Urkunden ein, darunter 1157 erstmals den Ausdruck sacrum imperium. Auf dem Hoftag von Besançon im Oktober 1157 übersetzte er den vom Papst verwendeten Begriff Beneficium als Lehen statt als Wohltat, was heftige Auseinandersetzungen mit dem späteren Papst Alexander III. auslöste. 1158 bereitete er zusammen mit Otto von Wittelsbach den Italienzug vor und gewann zahlreiche Städte und Adlige Reichsitaliens für die kaiserliche Sache.
Nach dem Tod Hadrians IV. 1159 kam es zu einer Doppelwahl und einem Schisma. Rainald setzte sich beim Konzil von Pavia 1160 für den kaiserfreundlichen Octaviano de Montecello ein, der als Gegenpapst Viktor IV. eingesetzt wurde, während sich Rolando Bandinelli als Alexander III. durchsetzte. 1164 und 1165 reiste er zu diplomatischen Missionen nach England, um Heinrich II. gegen den Papst zu gewinnen, was 1165 zu einem Bündnis und Heiratsverbindungen führte. Im Konflikt mit Mailand war er erfolgreich, die Stadt wurde 1162 erobert und zerstört, wofür ihn Papst Alexander III. 1163 mit dem Bann belegte. Nach dem Tod Viktors IV. trug er zur Wahl von Paschalis III. bei und verpflichtete auf dem Hoftag in Würzburg Kaiser und Fürsten auf dessen Unterstützung.
1165 ließ sich Rainald in Würzburg zum Priester und in Köln zum Bischof weihen und setzte sich im selben Jahr für die Heiligsprechung Karls des Großen ein. Nach der Eroberung Mailands brachte er 1164 die Gebeine der Heiligen Drei Könige als Kriegsbeute nach Köln. Er förderte den Vagantendichter Archipoeta, stiftete das Stift St. Walburgis in Soest und blieb Hildesheim verbunden, wo er eine steinerne Brücke über die Innerste bauen ließ. Er schmückte den Vorgängerbau des Kölner Doms und ließ den Erzbischöflichen Palast errichten. In der Arnsberger Fehde 1164 und im sächsischen Aufstand von 1166 und 1167 stärkte er die Position des Erzbistums Köln.