Altenburg
Stadt in Thüringen, Deutschland
Im Besitz der Wettiner
253 erhielten die Wettiner erstmals politischen Einfluss auf das Pleißenland mit Altenburg, Chemnitz und Zwickau. Kaiser Friedrich II. gab es als Pfand einer Mitgift bei der Hochzeit seiner Tochter Margarethe mit Albrecht II., dem Sohn des Markgrafen Heinrich des Erlauchten. 1256 bestätigte Heinrich der Erlauchte das Stadtrecht von Altenburg. 1273 kam es wegen Spannungen zwischen der Stadtbevölkerung und den Augustiner-Chorherren zu Unruhen. Am 31. Mai 1307 führte Friedrich der Freidige mit seinem Bruder Dietrich IV. eine Streitmacht von Leipzig in Richtung Altenburg und gewann bei der Schlacht bei Lucka gegen König Albrechts Heer. 1311 wurde ihm die Schutzherrschaft über das Pleißenland zugesprochen.
In der Zeit der Reformation
Vermutlich im Haus des Schneiders Nikolaus Hofmann in der Johannesgasse trafen sich im Jahr 1462 regelmäßig abends einige Stadtbewohner, die ohne Priester predigten und beichteten. Als einziges Gebet erkannten sie das Vaterunser an. Lehre vom Fegefeuer, Sakramentswirkung und vor allem das Ablasswesen wurden von ihnen kritisiert, ebenso stellten sie Reliquiendienst und Heiligenverehrung infrage und lehnten das apostolische Glaubensbekenntnis als Erfindung der römischen Kirche ab. Daraufhin wurde ihnen ein Ketzerprozess gemacht. 1485 kam es zur Leipziger Teilung, bei der unter Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht die bis dahin gemeinschaftlich regierten Ländereien aufgeteilt wurden. Dadurch gelangte Altenburg in ernestinischen Besitz.
Sachsen-Altenburg ältere Linie
Am 24. April 1547 siegte Kaiser Karl V. in der Schlacht bei Mühlberg im Schmalkaldischen Krieg über Kurfürst Johann Friedrich. Dadurch gelangte die Stadt und das Amt Altenburg kurzzeitig in albertinischen Besitz. Durch den Naumburger Vertrag kam die Stadt schon 1554 wieder unter ernestinische Herrschaft. Durch zahlreiche Teilungen im Thüringer Gebiet wurde Altenburg im Jahr 1603 mit der Gründung des Herzogtums Sachsen-Altenburg wieder zur Residenzstadt. Im Dreißigjährigen Krieg kam der größte Teil der Einwohner ums Leben. Von den 1650 Altenburgern mit Bürgerrechten im Jahre 1618, bei einer Gesamteinwohnerzahl von ungefähr 5000, lebten 1632 nur noch 650. Ein Jahr später sank die Zahl noch einmal rapide.
Sachsen-Gotha-Altenburg
1672 starb mit Friedrich Wilhelm III. die ältere Linie Sachsen-Altenburg aus, und das Herzogtum wurde zwischen Sachsen-Gotha und Sachsen-Weimar aufgeteilt. Die Stadt selbst gehörte nun zu Sachsen-Gotha, das sich von nun an Sachsen-Gotha-Altenburg nannte, verlor aber den Status einer Residenzstadt. 1735 erließ Herzog Friedrich III. ein Mandat zur Förderung von Handel und Manufakturen, und von 1760 bis 1790 entstanden in Altenburg acht neue Manufakturen. Im Jahre 1806 trat das Doppelherzogtum Gotha und Altenburg dem Rheinbund bei und wurde damit Verbündeter Napoleons, weshalb in der Stadt bald auch Franzosen einquartiert wurden. Zwischen 1810 und 1818 entwickelte sich in Altenburg das Skatspiel.