Anhalt
Region in Mitteldeutschland, ehemaliger Gliedstaat des Deutsches Reiches
as Fürstentum Anhalt entwickelte sich seit 1212 aus einer Erbteilung des Hauses der Askanier. Der Titel Fürst von Anhalt ist erstmals 1218 bei Heinrich I. von Anhalt nachweisbar. Der Name Anhalt geht auf die askanische Stammburg bei Harzgerode zurück, der Name Askanier auf die Residenz in Aschersleben. Durch wiederholte Erbteilungen zersplitterte das Fürstentum, unter anderem in Anhalt-Aschersleben, Anhalt-Bernburg, Anhalt-Dessau, Anhalt-Köthen und Anhalt-Zerbst. 1570 wurde es erstmals wieder vereinigt, 1603 aber erneut geteilt, 1611 kam noch Anhalt-Plötzkau hinzu. 1665 fielen Anhalt-Köthen und das Plötzkauer Teilfürstentum an Anhalt-Bernburg. 1797 wurde Anhalt-Zerbst nach dem Aussterben seiner Fürstenlinie aufgeteilt. 1806 erhielt der Fürst von Anhalt-Bernburg von Kaiser Franz II. das Recht, sich Herzog zu nennen. 1807 erhoben Napoleon I. auch Anhalt-Dessau und Anhalt-Köthen zu Herzogtümern, die am 18. April 1807 dem Rheinbund beitraten. Nach den Befreiungskriegen wurden sie souveräne Mitglieder des Deutschen Bundes.
Nach dem Erlöschen der Linien in Köthen 1847 und Bernburg 1863 schlossen sich die drei Herzogtümer zum vereinigten Herzogtum Anhalt mit Dessau als Hauptstadt zusammen. 1867 trat Anhalt als Bundesstaat dem Norddeutschen Bund und 1871 dem Deutschen Reich bei. Im Bundesrat in Berlin hatte es eine Stimme, wie zuvor schon im Bundestag in Frankfurt am Main.
Im Zuge der Novemberrevolution 1918 bildeten sich auch in Anhalt Arbeiter- und Soldatenräte, die eher pragmatisch arbeiteten und keine radikalen Forderungen stellten. Am 12. November verkündete Prinzregent Aribert stellvertretend für den minderjährigen Herzog Joachim Ernst die Abdankung und den Thronverzicht der Askanier. Anhalt wurde zu einem Freistaat der Weimarer Republik. Bei den Landtagswahlen im April 1932 wurde die NSDAP mit 15 Mandaten, davon 6 Mandatsträgern aus Dessau, stärkste Fraktion.