Anno II.
Erzbischof von Köln und Heiliger
nno stammte aus dem schwäbischen Geschlecht der Edelfreien von Steusslingen und wurde nach Ausbildung an den Domschulen Bamberg und Paderborn Kaplan Heinrichs III., später Dompropst von Goslar und 1056 Erzbischof von Köln. Nach dem Tod Heinrichs III. 1056 geriet Kaiserin Agnes als Regentin für den jungen Heinrich IV. in Konflikt mit Reichsfürsten, an deren Spitze sich Anno stellte. Im April 1062 ließ er den jungen König beim sogenannten Staatsstreich von Kaiserswerth auf ein Schiff locken und in seine Gewalt bringen. Mit den erlangten Reichskleinodien machte sich Anno von 1062 bis 1065 zum Regenten. Als Reichserzkanzler für Italien leitete er 1064 die Synode von Mantua, die Alexander II. als Papst bestätigte und den seit 1061 schwelenden Schisma-Streit mit dem Gegenpapst Honorius II. beendete.
1074 kam es zu einem Aufstand der Kölner Bürger, als Anno für seinen Freund, den Bischof von Münster, ein Kaufmannsschiff beschlagnahmen ließ. Die aufgebrachte Stadt bedrängte Anno, der sich im Dom verschanzte und schließlich durch die Katzenpforte aus der Stadt floh. Vier Tage später kehrte er mit bewaffneten Gefolgsleuten zurück, belagerte Köln, und die Aufständischen ergaben sich. Anno verhängte drakonische Strafen, etwa 600 Kaufleute verließen die Stadt, und laut Lampert von Hersfeld herrschte danach schauriges Schweigen in den leeren Straßen. Über Geflohene sprach er den Kirchenbann aus, den er erst zu Ostern 1075 im Angesicht seines Todes aufhob.
Anno starb am 4. Dezember 1075 in Köln und wurde nach Aufbahrung in mehreren Kölner Kirchen in der Siegburger Abteikirche beigesetzt. 1076 wurde Hildolf sein Nachfolger. Am 29. April 1183 wurde Anno von den Legaten Johannes von Anagni und Petrus von Luni auf Bitten des Siegburger Abtes Gerhard heiliggesprochen, drei Jahre später wiederholte Erzbischof Philipp von Köln die Heiligsprechung im Namen von Papst Urban III. Anno gilt seither als Patron gegen die Gicht mit Gedenktag am 4. Dezember, in Deutschland am 5. Dezember. Ihm werden zahlreiche Wunder zugeschrieben, etwa Heilungen durch Staub von seinem Grab.