Balduin von Luxemburg
Erzbischof und Kurfürst von Trier, Administrator des Erzbistums Mainz und der Bistümer Worms und Speyer
alduin übernahm 1307 ein wirtschaftlich zerrüttetes Bistum Trier, das sein Vorgänger Diether von Nassau verschuldet und verpfändet hinterlassen hatte. Mit einem Kredit von 40.000 kleinen Turnosen seines Bruders Heinrich sowie durch eine Ämterverwaltung nach französischem Vorbild und Geldgeschäfte mit vorwiegend jüdischen Finanziers sanierte er die Finanzen. Er erhielt zudem Einnahmen aus den Rhein- und Moselzöllen. Als Metropolit war er für die Kirchenprovinzen Trier und, während seiner Zeit als Verweser, auch Mainz zuständig. Nach dem Tod seines Neffen Johann von Böhmen übernahm er die Verwaltung der Grafschaft Luxemburg. Balduin gilt als eigentlicher Begründer des Trierer Kurstaates, wenngleich er die Bestrebungen seiner Vorgänger nur weiterführte.
Als Kurfürst und mehrjähriger Erzkanzler des Reichs war Balduin an den Wahlen dreier Könige aus seiner Familie entscheidend beteiligt. 1308 setzte er gegen Karl von Valois die Wahl seines Bruders Heinrich zum römisch-deutschen König durch. Von 1310 bis 1313 begleitete er Heinrich auf dessen Italienzug und unterstützte ihn mit eigenen Truppen und Geldern bis zur Kaiserkrönung 1312 in Rom. Nach Heinrichs Tod 1313 wurde Balduin Familienoberhaupt der Luxemburger und unterstützte seinen Neffen Johann von Böhmen als Berater und Finanzier. Bei der Königswahl von 1314 half er, Ludwig den Bayern gegen einen Habsburger durchzusetzen, was ihm später Privilegien wie die Bestätigung Trierer Besitzungen 1332 einbrachte.
Balduin scheute als Kirchenmann nicht vor militärischer Gewalt zurück, wenn seine Interessen bedroht waren. Er führte das Schwert auf dem Italienzug seines Bruders Heinrich und zog 1316 mit Heeresgefolge nach Prag, um Johann von Böhmen zu unterstützen. In den trierischen Landen kämpfte er gegen die Grafen von Sponheim, Westerburg und Nassau sowie 1327 gegen die Bürger von Boppard. Ein Rückschlag war seine Gefangennahme 1328 durch Gräfin Loretta von Sponheim, aus der er erst nach Zahlung von 30.000 Pfund Heller freikam. 1331 mussten sich Reichsministeriale im Niederen Erzstift in der Eltzer Fehde seiner Herrschaft unterwerfen.