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Balkanhalbinsel

Halbinsel im Südosten Europas

Zwischen den Großmächten

ie Balkanländer haben gemeinsam, dass ihre heutigen Territorien jahrhundertelang im Spannungsfeld zwischen Österreich, Russland und dem Osmanischen Reich lagen. Häufige Gebietsveränderungen, Umsiedlungen und Vertreibungen ließen den Staat als Repräsentanten wechselnder Fremdherrscher erscheinen, dem keine Loyalität geschuldet war. In den südosteuropäischen Staaten Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Albanien, Kosovo, Nordmazedonien, Serbien, Montenegro, Kroatien, Bosnien und Herzegowina und Slowenien leben zusammen fast 66 Millionen Menschen, gezählt nach dem Fischer Weltalmanach 2010. Rechnet man acht bis zehn Millionen Einwohner des europäischen Teils der Türkei hinzu, ergeben sich insgesamt etwa 75 Millionen Menschen auf der Balkanhalbinsel.

Reiche, Glauben und Verfolgung

Die offenen Küsten und die Durchgängigkeit des Nordens machten den Balkan zu einer Brücke zwischen Asien und Europa, aber auch immer wieder zum Schauplatz von Konflikten und Kriegen. Zahlreiche historische Staaten prägten die Region: das Römische und das Byzantinische Reich, später das Osmanische Reich, die Republik Venedig und Österreich-Ungarn. Auch Russland betrachtete den Balkan wegen des dort verbreiteten orthodoxen Glaubens häufig als sein Einflussgebiet und verfolgte dabei eigene territoriale Interessen. Als der Raum im 15. Jahrhundert endgültig unter osmanische Herrschaft fiel, verstärkte sich die Grenze zwischen dem ungarisch-venezianisch beherrschten katholischen Raum und dem nach Konstantinopel ausgerichteten Balkan. Mehr als die Hälfte der Einwohner aller Balkanstaaten gehört einer orthodoxen Kirche an, im Westen dominiert das römisch-katholische Christentum. Während des Zweiten Weltkriegs und des Holocausts wurden die Juden auf dem Balkan, mit Ausnahme in Bulgarien und Albanien, verfolgt und ermordet; die wenigen Überlebenden wanderten in den 1948 neu proklamierten Staat Israel aus.

Ein umstrittener Name

In Westeuropa wird der Begriff Balkan oft abwertend gebraucht, verbunden mit Zersplitterung, Konfliktträchtigkeit und Rückständigkeit. Metternich meinte, der Balkan beginne schon am Rennweg in Wien-Landstraße. Bismarck wird der Satz nachgesagt, der Balkan sei nicht die Knochen eines einzigen pommerschen Grenadiers wert. In Kroatien, Ungarn oder Slowenien, als ehemaligen Bestandteilen Österreich-Ungarns mit traditionell katholischer Bevölkerungsmehrheit, distanzieren sich viele Bürger vom Balkan und fühlen sich dem mitteleuropäischen Kulturkreis verbunden. Auch Rumänien, dessen Fläche ungefähr zur Hälfte zu Österreich-Ungarn gehörte, distanziert sich meist von dem geographischen Begriff.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel BalkanhalbinselVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270683461redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
User:IntrovertPublic domainQuelle