Bayern
Land der Bundesrepublik Deutschland
Vom Stammesherzogtum zum Territorialstaat
ür 555 n. Chr. ist ein bairisches Stammesherzogtum mit Sitz in Freising und Regensburg unter den Agilolfingern belegt, das unter den Merowingern Teil des fränkischen Austrasien wurde. Um 741 beziehungsweise 743 entstand mit der Lex Baiuvariorum das erste kodifizierte bairische Stammesrecht.
Erneutes Erstarken der Eigenständigkeit
Der Niedergang der Karolinger ermöglichte ein Wiederaufleben der Eigenständigkeit der baierischen Herzöge im jüngeren Stammesherzogtum. Nach dem Ende der karolingischen Herrschaftsperiode erstarkte die Eigenständigkeit der einzelnen Gebiete erneut. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch die Bedrohung von außen durch die Ungarneinfälle ab etwa 862.
Aufstieg zum Kurfürstentum
In der Gegenreformation nahm Bayern eine führende Stellung ein und ging aus dem Dreißigjährigen Krieg mit Gebietsgewinnen und dem Aufstieg zum Kurfürstentum hervor. 1620 besiegten die Truppen der Katholischen Liga unter dem bayerischen Feldherrn Tilly in der Schlacht am Weißen Berge bei Prag die Protestanten, anschließend ließ Tilly die Pfalz besetzen.
Vom Königreich zum Ende der Monarchie
Bayern konnte auf dem Wiener Kongress 1814 als eine der Siegermächte große Gebietsgewinne behalten, unter anderem kamen Teile Frankens, Schwabens und die neugeschaffene linksrheinische Pfalz hinzu. Durch die Verfassungen von 1808 und 1818 wurde Bayern konstitutionelle Monarchie. 1918 brach die Wittelsbachermonarchie in der Novemberrevolution zusammen. In der Weimarer Republik verlor Bayern seine Reservatrechte weitgehend zugunsten des Reichs, nach der NS-Machtergreifung wurden die politischen Möglichkeiten Bayerns schrittweise ausgehebelt. Die US-amerikanische Besatzungsmacht stellte Bayern 1945 wieder als unabhängigen Staat her, die Pfalz wurde 1946 abgetrennt, und 1949 gründete der Freistaat unter Vorbehalten die Bundesrepublik mit.