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Johann T’Serclaes von Tilly

Feldherr des Dreißigjährigen Kriegs

Aufstieg

illy besuchte eine Jesuitenschule und entschied sich dann für die Soldatenlaufbahn. Als Untertan der spanischen Krone trat er zunächst in deren Kriegsdienste und erlernte das Kriegshandwerk unter Alessandro Farnese. Später diente er unter lothringischer Fahne, 1598 wechselte er zur kaiserlichen Armee. 1600 kämpfte er als Oberstleutnant in Ungarn unter General Giorgio Basta gegen Aufständische und in den Türkenkriegen gegen die Osmanen. 1601 wurde er Generalfeldwachtmeister und Obrist eines Wallonenregiments, 1604 Feldzeugmeister, im Jahr darauf Feldmarschall. 1610 übertrug ihm Herzog Maximilian I. von Bayern die Führung der ligistischen Heereskontingente und die Reorganisation des bayerischen Heerwesens.

Siege

Mit dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges begann Tillys steile Karriere als Feldherr der Katholischen Liga. Am 8. November 1620 kämpfte er in der Schlacht am Weißen Berg. 1622 unterlag er bei Mingolsheim dem Grafen Peter Ernst II. von Mansfeld, besiegte aber am 6. Mai Georg Friedrich von Baden-Durlach bei Wimpfen und am 20. Juni Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel bei Höchst. Es folgte der Sieg bei Stadtlohn am 6. August 1623. In Niedersachsen setzte er die gewaltsame Rekatholisierung evangelisch-lutherischer Bistümer und Klöster ins Werk und zwang den niedersächsischen Reichskreis zum Kampf. Am 27. August 1626 schlug er das Heer des Dänenkönigs Christian IV. bei Lutter am Barenberge. Zusammen mit Wallenstein zwang er ihn schließlich zum Frieden von Lübeck.

Magdeburg

Ende 1630 übernahm Tilly nach der Entlassung Wallensteins eine Doppelrolle als ligistischer und kaiserlicher Oberbefehlshaber. Seine zwei Kriegsherren waren Maximilian von Bayern und Kaiser Ferdinand II., deren teils widersprüchliche Befehle die Kriegsführung erschwerten. Am 20. Mai 1631 eroberten die Truppen Tillys und Pappenheims Magdeburg im Sturm. Bei der Erstürmung, den Gewaltexzessen und Bränden verloren 20.000 Bürger ihr Leben; von einst 35.000 Einwohnern wurden danach noch 449 gezählt. Das Massaker gilt als das größte und schlimmste des Dreißigjährigen Krieges und bildete einen Wendepunkt in der Kriegsführung.

Ende

Tilly fiel in das Kurfürstentum Sachsen ein und ließ Leipzig und Umgebung plündern. Das trieb Kurfürst Johann Georg I. in das Bündnis mit Gustav Adolf. Am 17. September 1631 erlitt Tilly bei Breitenfeld eine verheerende Niederlage und verlor die gesamte Artillerie und fast sein ganzes Heer. Am 15. April 1632 unterlag er bei Rain am Lech erneut. Schwer verwundet wurde er nach Ingolstadt gebracht, wo er am 30. April 1632 starb.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Johann T’Serclaes von TillyVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269782226redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Pieter de Jode der Ältere / Nach Anthonis van Dyckentstanden 1601–1700Public domainQuelle