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Bergamo

italienische Gemeinde und Hauptstadt der Provinz Bergamo

96 v. Chr. wurde der Ort von den Römern erobert und Bergomum genannt. Er wurde Municipium und gehörte zur Tribus Voturia. Als das Weströmische Reich im Niedergang war, eroberte und plünderte der Hunnenführer Attila 452 mehrere Städte Norditaliens, darunter auch Bergamo. 460 errang der weströmische Heermeister Ricimer bei Bergamo einen Sieg über die Alanen.

569 fiel Bergamo an die Langobarden unter Alboin und wurde Residenzort eines der Herzogtümer. Ende des 6. Jahrhunderts versuchte sich Herzog Gaidulf von Bergamo vergeblich vom Langobardenreich unabhängig zu machen und wurde 594 hingerichtet. 701 unterlag ein Heer unter Ansprand trotz der Unterstützung des dux Rotharit dem rebellierenden Herzog Raginpert in der Schlacht von Novariae. Rotharit war der letzte Herzog von Bergamo. Er strebte noch im selben Jahr die Königsherrschaft an, wurde aber von König Aripert II. besiegt und getötet. Aripert ließ Rotharit Haare und Bart scheren und schickte ihn ins Exil nach Turin, wo dieser nach einigen Tagen zu Tode kam. Aripert wandelte Bergamo daraufhin in ein von der Hauptstadt Pavia abhängiges Gastaldat um.

Nach der Niederlage des Langobardenkönigs Desiderius gegen Karl den Großen 774 geriet Bergamo unter fränkische Herrschaft und wurde Sitz eines Grafen. Im 10. Jahrhundert waren Mitglieder der Giselbertiner Grafen von Bergamo, doch ihr Einfluss sank gegen Ende des Jahrhunderts, und ab 904 herrschten in Bergamo prokaiserlich eingestellte Bischöfe. Deren Regierung endete, als Bischof Arnulf im Investiturstreit auf der Mailänder Synode von 1098 seines Amtes enthoben wurde. Danach einigten sich die einflussreichsten Familien, Bergamo zu einer Kommune aristokratischen Charakters zu machen. 1156 begannen die Feindseligkeiten Bergamos mit Brescia, die viele Jahre andauerten. 1167 traten die Bergamasker dem gegen Barbarossa gerichteten Lombardischen Bund oberitalienischer Kommunen bei. 1183 wurde diese Auflehnung im Konstanzer Frieden beigelegt und Barbarossa bei seinem Einzug in Bergamo willkommen geheißen. Seit den letzten Jahrzehnten des 12. Jahrhunderts gefährdeten Streitigkeiten zwischen städtischen Familien die kommunale Struktur. 1206 kam es zu einem Kampf zwischen den Ghibellinen zuneigenden Suardi und den zu den Guelfen zählenden Rivola. Weitere Parteikämpfe veranlassten die Bergamasker 1230 zur Gründung der Società del popolo mit 200 Infanteristen.

1237 kämpfte Bergamo auf Seiten Kaiser Friedrichs II. in der Schlacht von Cortenuova gegen den Lombardenbund. Von 1261 bis 1264 folgte ein Kampf gegen das guelfische Mailand, der mit der Unterwerfung durch die Torriani endete, und Filippo della Torre wurde 1264 Podestà von Bergamo. 1296 kam es zu einem Bürgerkrieg zwischen den Colleoni und den Suardi, die mit Hilfe der seit 1277 in Mailand herrschenden Visconti zurückkehren konnten. Als König Johann von Böhmen nach Italien zog, wählten ihn die Bergamasker 1331 zum Signore, doch unterlag er bald Mastino II. della Scala. 1333 wurde Bergamo von Azzo Visconti längerfristig mit Mailand verbunden. Als Gian Galeazzo Visconti 1402 starb, versuchten sich die wichtigsten Familien Bergamos wieder unabhängig zu machen; Roger Suardi wurde zum Statthalter erwählt und verkaufte Bergamo 1407 an Pandolfo III. Malatesta, unter dessen Regierung die Stadt aufblühte.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel BergamoVersionsgeschichteBearbeitungsstand 270204175redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Ввласенкоentstanden 2016CC BY-SA 3.0Quelle