Bernhard I. (Sachsen)
Herzog von Sachsen
chon im Todesjahr seines Vaters Hermann hielt sich Bernhard I. vermutlich am kaiserlichen Hof Ottos des Großen in Quedlinburg auf, denn Thietmar von Merseburg zufolge organisierte er den Transport des Leichnams nach Lüneburg. Im Herbst des folgenden Jahres stand Bernhard neben Heinrich von Stade an der Spitze des sächsischen Kontingents eines Reichsheeres, das unter Führung Ottos zu einem Feldzug gegen den dänischen Herrscher Harald Blauzahn nach Norden zog. Gemeinsam mit Willigis von Mainz rettete Bernhard später die Reichskrone für den minderjährigen Sohn Ottos II., indem er bei Heinrich dem Zänker die Auslieferung des königlichen Kindes durchsetzte.
Ostern 986 übte Bernhard auf dem Hoftag zu Quedlinburg das Amt des Marschalls aus, als Otto III. gekrönt wurde. Im Sommer 991 gewann er an der Seite des polnischen Herzogs Miezsko mit einem sächsisch-polnischen Aufgebot die an die Lutizen verlorene Brandenburg für Otto III. zurück. Nach dem Tod der Kaiserin Theophanu war es 992 erneut Bernhard, der auf dem Hoftag in Grone anwesend war, als die Großen des Reiches über die Vormundschaft über Otto III. berieten. Auch nach Italien scheint er dem Herrscher gefolgt zu sein, wie sich aus seiner Stellung als Intervenient in einer 1001 in Ravenna ausgestellten Urkunde Ottos III. ableiten lässt.
Der letzte Ottonenherrscher Heinrich II. zählte Bernhard 1003 zu seiner engsten Umgebung. Bernhard war bereits bei der Krönung der Königin Kunigunde 1002 in Paderborn zugegen und stand 1005 an der Spitze der Delegation sächsischer Bischöfe, die in Dortmund mit Heinrich II. eine Gebetsverbrüderung einging. Bei der Nachwahl Heinrichs II. 1002 befragte Bernhard stellvertretend für den sächsischen Adel den zukünftigen Herrscher, ob er bereit sei, das Recht der Sachsen anzuerkennen. Thietmar von Merseburg bezeichnete ihn durchgehend als Herzog, und auch Adam von Bremen erkannte die billungischen Herzöge als Herzöge an.
Bernhard I. und seine Ehefrau Hildegard starben 1011 an der Pest. Beide wurden im Hauskloster der Billunger St. Michaelis auf dem Kalkberg in Lüneburg begraben. Den Tod Bernhards erwähnen die Annales Quedlinburgenses, die Fuldaer Totenannalen, die Annales Hildesheimenses, der Annalista Saxo sowie die Nekrologe aus Lüneburg, Möllenbeck, Bremen, Verden, Xanten und Niederaltaich.