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St. Michaelis (Lüneburg)

Kirchengebäude in Lüneburg, Landkreis Lüneburg, Niedersachsen

ie älteste Urkunde über Kirche und Kloster St. Michaelis ist zugleich der älteste Beleg für die Existenz der Stadt Lüneburg. Otto I. gestand dem Michaeliskloster im Jahre 956 die Zolleinnahmen aus den Verkäufen der Saline zu. Das Kloster stand als Hauskloster der Billunger in deren Burg auf dem Kalkberg und diente den fürstlichen Begräbnissen. Im späten 10. Jahrhundert übernahm der Konvent die Benediktinerregel. Der wachsende Reichtum durch das Salz führte zu Konflikten zwischen Stadtherren und Landesherrn, die 1371 zur Zerstörung der Burg durch die Städter führten. Das Kloster wurde daraufhin innerhalb der Stadtmauern neu aufgebaut. Es wurde bei der Reformation nicht aufgehoben und bestand als einziges Männerkloster im Fürstentum Lüneburg fort, ab 1528 zunächst mit evangelischen Predigern neben den Benediktinern, ab 1532 ganz evangelisch. Der evangelische Konvent wurde 1655 aufgelöst, Kloster und Schulen erst 1850. Das Klostervermögen mit der Kirche fiel danach dem Allgemeinen Hannoverschen Klosterfonds zu.

LüneburgOrt auf der Karte 164853.2500 N, 10.4011 OAuf der Karte zeigen

Die Grundsteinlegung für die heutige Kirche geschah 1376, 1379 war die Unterkirche fertig. Als Baumeister wurde Heinrich von Bremen genannt, der später an der Nikolaikirche in Wismar wirkte. Die Hauptkirche mit der ursprünglich nicht geplanten Abtskapelle wurde 1412 vollendet, an dem Turm wurde bis 1434 gebaut. Ein Problem war von Anfang an die Statik: Die Kirche steht auf der Abbruchkante eines Salzstocks, weshalb die mächtigen Rundpfeiler bis zu 70 cm aus dem Lot geraten sind.

In der Fürstengruft im westlichen Teil des Kirchenschiffs liegen die sterblichen Überreste der Billunger von Hermann bis Magnus sowie der Welfenfürsten von Heinrich, Sohn Heinrichs des Löwen, bis Otto V. Der zur Abdeckung angefertigte Nischensarkophag wurde 1432 erstellt und zeigt Wappen der welfischen Stammreihe sowie Figurengruppen um den Kirchenpatron Erzengel Michael und Maria. Das wichtigste Ausstattungsstück war einst der Hochaltar, die sogenannte Goldene Tafel, ein im 11. Jahrhundert entstandenes Antemensale, das nach dem Neubau der Kirche zu einem bedeutenden Klappaltar erweitert wurde. Es wurde 1698 von einer Räuberbande um Nikol List gestohlen und eingeschmolzen, die Reliquien und der Klappaltar 1796 verkauft und befinden sich heute im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel St. Michaelis (Lüneburg)VersionsgeschichteBearbeitungsstand 268312652redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: DerHexerentstanden 2010CC BY-SA 3.0Quelle