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Bertrada die Jüngere

karolingische Königin (725–783)

ertrada stammte aus einer der einflussreichsten austrischen Familien mit Besitz in der Eifel und in Laon, darunter das Kloster Prüm. 744 wurde sie die Frau des dreißigjährigen Hausmeiers Pippin des Jüngeren, um 748 Mutter Karls des Großen. Wegen naher Verwandtschaft wurde die Ehe erst 749 nach Karls Geburt legalisiert. Als einzige Tochter erbte sie das gesamte Vermögen ihres Vaters, das damit an Pippin fiel. Nach dessen Krönung 751 nahm sie den Titel Königin an, ihr Name erscheint ab 752 in Schenkungsurkunden für Prüm. 754 begleitete sie Pippin nach Italien; bei der Salbung durch Papst Stephan II. in St. Denis wurde auch sie zur Königin gesalbt, ebenso ihre Söhne Karl und Karlmann.

Nach Pippins Tod 768 brach zwischen ihren Söhnen Karl und Karlmann Streit über die testamentarisch festgelegte Reichsteilung aus. Bertrada plante, langobardische Prinzessinnen mit fränkischem Adel zu verheiraten, um Frieden zwischen Franken und Langobarden zu sichern. 770 verbündete sie sich mit Herzog Tassilo III. von Bayern und reiste an den langobardischen Hof, um die Heirat Karls mit einer Tochter des Desiderius einzufädeln. Dafür drängte sie Karl, sich von seiner ersten Gemahlin Himiltrud scheiden zu lassen. Anschließend reiste sie nach Rom, vermutlich um Papst Stephan III. von den Zugeständnissen des Desiderius zu berichten. Ihre Friedenspolitik scheiterte jedoch, als sich Karl nach Karlmanns Tod 771 von ihrem Einfluss löste und seine langobardische Gemahlin verstieß.

Obwohl Karl sich von ihrer Politik gelöst hatte, blieb Bertrada bis zu ihrem Tod hoch angesehen. Nachdem Karl seine Mutter verstoßen hatte, verschwindet sie aus den Reichsannalen; nur Zeitpunkt, Ort ihres Todes und ihre Begräbnisstätte sind dort noch verzeichnet. Sie starb am 12. oder 13. Juli 783 in der Pfalz Choisy-au-Bac und wurde zunächst in Cauciaco beigesetzt. Wenig später wurde ihr Leichnam in die Kirche des heiligen Dionysius in der Abtei von Saint-Denis überführt und dort an der Seite ihres Gatten endgültig bestattet.

Bertradas Bekanntheit beruht stärker auf dem karolingischen Sagenkreis als auf ihrem tatsächlichen Leben. Unter dem Namen Bertha mit dem großen Fuß wurde sie mit der Göttin Perchta verschmolzen, und auch die Legende der heiligen Genoveva von Brabant geht auf diese Erzählung zurück. Die Bertasage blieb in rund zwanzig Fassungen erhalten, darunter die Chroniques Saintongeoises aus dem 13. Jahrhundert und das Epos Berte aus grans piés von Adenet le Roi um 1275. In diesen Erzählungen wird sie meist als im Wald ausgesetzte Braut dargestellt, die gegen eine falsche Bertha ausgetauscht wird, bis sie an ihren ungleichen Füßen erkannt wird.

Drei Wege weiter

Grundlage: Wikipedia-Artikel Bertrada die JüngereVersionsgeschichteBearbeitungsstand 258106406redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Jebulonentstanden 1801–1900Public domainQuelle