Besançon
französische Stadt, römische Gründung Vesontio
Vom Frankenreich zum Westfrankenreich
ach dem Fall des Römischen Reichs wurden die gallischen Völker unter dem Merowingerkönig Chlodwig I. vereint. Die Sequaner, die zuvor über das heutige Besançon herrschten, wurden etwa zur gleichen Zeit wie die Burgunden und die Alamannen in das Frankenreich eingegliedert. Über das Frühmittelalter der Stadt ist wenig bekannt, da Dokumente fehlen. Erst 821 wird Besançon erstmals erwähnt, in einem Brief Ludwigs des Frommen an Erzbischof Bernoin, wo die Stadt als Chrysopolis bezeichnet wird. Von 843 bis 869 gehörte die Diözese Besançon zum Lotharii Regnum, danach zu Lotharingien. Nach dem Tod Lothars II. nahm Karl der Kahle die Stadt aufgrund des Vertrags von Meerssen von 870 in Besitz. Bis 879 war sie damit Teil des Westfrankenreichs.
Aufstieg unter Karl V.
Nach dem Tod Karls des Kühnen wurde Besançon von Ludwig XI. gefördert, der Anfang 1481 das Stadtrecht bestätigte und die Verlegung der Universität von Dole nach Besançon anordnete. Treibende Kraft dahinter war Karl von Neuenburg, Erzbischof von Besançon und Berater Ludwigs XI. Mit Beginn der Renaissance fiel die Franche-Comté wieder an das Heilige Römische Reich. Kaiser Karl V. befestigte Besançon und machte aus der Stadt ein Bollwerk für sein Reich. Der Comtois Nicolas Perrenot de Granvelle wurde 1519 Reichskanzler und 1532 Justizminister. Die Region profitierte vom Wohlwollen Karls V.: Besançon wuchs zur fünftgrößten Stadt des Reichs und erhielt Baudenkmäler wie das Palais Granvelle und das Rathaus, dessen Fassade noch heute eine Statue Karls V. schmückt.
Juden in der Reichsstadt
1393 findet sich der erste Nachweis für Juden in Besançon: 12 Familien lebten in der Rue des Juifs im heutigen Stadtteil Battant. Ein Jahr später vertrieb der französische König Karl VI. die Juden aus Frankreich, und auch Herzog Philipp der Kühne von Burgund untersagte den Juden den Aufenthalt. Besançon als Reichsstadt des Heiligen Römischen Reiches war davon zunächst nicht betroffen, doch der Druck auf die Juden wuchs, und 1465 erlosch die jüdische Gemeinde; die Stadt verkaufte daraufhin den jüdischen Friedhof. 1693 gestattete ein Erlass jüdischen Händlern den Zutritt für maximal drei Tage. 1736 durften sich drei jüdische Händler aus Metz acht Tage in der Stadt aufhalten.