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Bistum Schwerin

ehemaliges römisch-katholisches Bistum in Deutschland

rzbischof Adalbert von Bremen gliederte um 1062 die Bistümer Mecklenburg und Ratzeburg aus dem Bistum Oldenburg aus, doch schon 1066 fielen diese Gründungen einem Aufstand der Wenden zum Opfer. Der Streit um das Investiturrecht zwischen Erzbischof Hartwig I. von Bremen und Heinrich dem Löwen wurde 1154 auf dem Reichstag zu Goslar entschieden: König Friedrich I. Barbarossa übertrug das Investiturrecht seinem Vetter Heinrich dem Löwen. Dieser setzte 1158 Berno als Bischof von Mecklenburg ein. 1160 wurde der Bischofssitz nach Schwerin verlegt und das Bistum umbenannt. Auf Initiative Bernos entstanden die Zisterzienserklöster Doberan 1171 und Dargun 1172, 1171 wurde der erste Dom in Schwerin geweiht. Um 1180 wurde Bützow bischöfliche Residenz, ab 1239 die alte Fürstenburg am Hopfenwall und ab 1252 die neue Bischofsburg Hauptresidenz.

Die Reformation wurde in Mecklenburg ab 1533 eingeführt und beseitigte den katholischen Kultus im Hochstift, ein Prozess, der 1557 abgeschlossen war. 1625 wurde der zweijährige Sohn des Herzogs von Mecklenburg, Christian, zum letzten Koadjutor gewählt. Nach der schwedischen Besetzung 1631 übergab man die Stiftsregierung durch Kriegsrecht an Herzog Adolf Friedrich I. von Mecklenburg, den letzten Administrator. Im Westfälischen Frieden wurde das Stiftsgebiet ihm als erbliches, weltliches Fürstentum zugesprochen. Kirchlich wurde das Gebiet gemeinsam mit Teilen der Bistümer Ratzeburg und Kammin sowie weiten Teilen Norddeutschlands und Skandinaviens der 1622 gegründeten Congregatio de Propaganda Fide als Apostolisches Vikariat des Nordens unterstellt, die Gebiete wurden 1667 zusammengefasst. 1868 entstand für die verbliebenen Territorien das Apostolische Vikariat Norddeutschland, das 1930 an das Bistum Osnabrück gelangte.

1171 stattete Heinrich der Löwe das Bistum wirtschaftlich aus, mit dem Besitzzentrum um Bützow und Ilow. Am 9. September 1171 gehörten die Burgen Mecklenburg, Schwerin, Kutin, Kessin sowie Parchim und Malchow zum Bistum. Nach dem Sturz Heinrichs des Löwen 1180 beanspruchten zunächst die Askanier, dann der dänische König Waldemar II. das Investiturrecht. Mitte des 13. Jahrhunderts sicherte sich das Bistum die reichsunmittelbare Stellung und die Gerichts- und Landeshoheit, doch die wirtschaftliche Grundlage blieb schmal. Im 14. und 15. Jahrhundert wuchs die Schuldenlast, im 15. Jahrhundert geriet das Bistum in Abhängigkeit von den mecklenburgischen Herzögen. Die Reichsunmittelbarkeit wurde 1561 vom Reichskammergericht bestätigt. 1628 gelangte das Hochstift als Lehen an Wallenstein, der es 1630 wieder räumen musste. Im Westfälischen Frieden 1648 wurde die Restitution an die Herzöge von Mecklenburg bestätigt und das Territorium als weltliches Fürstentum Schwerin umfirmiert.

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Grundlage: Wikipedia-Artikel Bistum SchwerinVersionsgeschichteBearbeitungsstand 269147238redaktionell gekürzt und umformuliert, CC BY-SA 4.0
Foto: Backslashentstanden 2009CC BY-SA 3.0Quelle