Mecklenburg
Region im Norden Deutschlands
m frühen Mittelalter war Mecklenburg von Slawen besiedelt. Ab 1160 geriet das Herrschaftsgebiet der slawischen Fürsten, zunächst unter den Sachsen, in deutschrechtliche Lehnsabhängigkeit, und die dauerhafte Eingliederung in das Heilige Römische Reich begann, nur unterbrochen durch dänische Besetzung von 1180 bis 1227. 1167 erhielt Obodritenfürst Pribislav die Terra Obodritorum als Vasall Heinrich des Löwen zurück und nahm den christlichen Glauben an. Ab 1200 zogen deutsche Siedler aus Westfalen, Niedersachsen, Friesland und Holstein ins Land. Um 1219 tritt erstmals der Stierkopf als mecklenburgisches Wappen auf. Heinrich Borwin II. befreite Mecklenburg 1225 nach der Schlacht bei Mölln und dem Vertrag von Bardowick von dänischer Vorherrschaft. Nach seinem Tod erfolgte 1226 die Erste Mecklenburgische Hauptlandesteilung, es entstanden die Fürstentümer Mecklenburg, Werle, Parchim-Richenberg und Rostock.
Die moderne Landesgeschichtsschreibung unterscheidet drei Mecklenburgische Hauptlandesteilungen, 1229 bis 1235, 1621 und 1701. Zwischen 1628 und 1630 wurden die Herzöge des Hauses Mecklenburg im Dreißigjährigen Krieg durch Kaiser Ferdinand II. abgesetzt, sein Feldherr Albrecht von Wallenstein wurde mit Mecklenburg belehnt. Wallenstein wurde Anfang 1630 wieder entlassen, die Herzogtümer nach seinem Tod rückübereignet. Danach schlossen sich die Herzöge dem Prager Frieden mit dem Kaiser an. Erst 1701 einigte sich das mecklenburgische Fürstenhaus auf das Erbfolgeprinzip der Primogenitur. Durch den Hamburger Vergleich vom 8. März 1701 wurde Mecklenburg in zwei beschränkt autonome Herzogtümer geteilt, Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz, die einen gemeinsamen Staat bildeten und seit 1755 dieselbe Verfassung hatten. Diese landständische Verfassung galt bis 1918. 1713 kam es zum Konflikt zwischen Herzog Karl Leopold und den mecklenburgischen Landständen, der bis 1717 andauerte.
Nach Napoleons Sieg gerieten beide mecklenburgische Landesteile 1806 unter die Räder der Geschichte. Der Herzog von Mecklenburg-Schwerin wurde abgesetzt und musste zeitweilig auf dänisches Gebiet fliehen, der Strelitzer verlor seine politischen Einflussmöglichkeiten fast vollständig. Mecklenburg blieb unter französischer Besatzung. 1808 traten beide Herzogtümer dem Rheinbund bei. In der Folgezeit wurde Mecklenburg von Napoleon mehrfach als Tausch- oder Kompensationsobjekt angeboten, diese Pläne zerschlugen sich jedoch. Nach den Befreiungskriegen von 1813/15 konnten sich die Herzöge ein weiteres Jahrhundert auf ihren Thronen halten, tiefgreifende politische Veränderungen blieben aus.