Bologna
italienische Großstadt
Von Felsina zur römischen Colonia
ie Stadt geht auf eine etruskische Gründung namens Felsina zurück, vermutlich im 6. Jahrhundert vor Christus, mit älteren Siedlungsspuren bis ins 11. oder 10. Jahrhundert vor Christus. Im 5. Jahrhundert vor Christus eroberten die keltischen Boier den Ort. 191 vor Christus fiel die Stadt an die Römer, 189 vor Christus wurde sie als Bononia römische Colonia, wobei 3000 latinische Familien sich ansiedelten. Der Bau der Via Aemilia 187 vor Christus machte Bononia zum Verkehrsknotenpunkt der Poebene. 88 vor Christus erhielt die Stadt volles römisches Bürgerrecht. Nach einem Brand wurde sie im 1. Jahrhundert unter Kaiser Nero wieder aufgebaut. Während der römischen Kaiserzeit hatte Bononia mindestens 12.000, möglicherweise bis 30.000 Einwohner.
Bollwerk, Langobarden und freie Kommune
Nach dem Ende des Römischen Reiches war Bologna ein vorgeschobenes Bollwerk des Exarchats von Ravenna. 728 wurde die Stadt vom Langobardenkönig Liutprand erobert und Teil des Langobardenreichs. Die Langobarden schufen einen neuen Stadtteil nahe Santo Stefano, in dem Karl der Große bei seinem Besuch 786 unterkam. Im 11. Jahrhundert wuchs der Ort erneut als freie Kommune. 1088 wurde der Studio gegründet, aus dem im 12. Jahrhundert die Universität Bologna entstand. 1164 trat Bologna in den Lombardenbund gegen Friedrich I. Barbarossa ein. 1256 verkündete die Stadt die Legge del Paradiso, die Leibeigenschaft und Sklaverei abschaffte. Zu dieser Zeit lebten 50.000 bis 70.000 Menschen in Bologna, die damit zur sechst- oder siebtgrößten Stadt Europas wurde.
Kirchenstaat und Kaiserkrönung
Nach dem Ende der Herrschaft Giovannis 1506 gehörte Bologna bis zum 18. Jahrhundert zum Kirchenstaat und wurde von einem päpstlichen Legaten und einem Senat regiert. Am 24. Februar 1530 wurde Karl V. von Papst Clemens VII. in Bologna zum Kaiser gekrönt, die letzte vom Papst durchgeführte Kaiserkrönung. Der Wohlstand der Stadt dauerte an, doch Seuchen am Ende des 16. Jahrhunderts und 1630 ließen die Einwohnerzahl von 72.000 zunächst auf 59.000 und dann auf 47.000 sinken, bevor sie sich wieder auf 60.000 bis 65.000 einpendelte. Im napoleonischen Europa wurde Bologna 1796 zunächst Hauptstadt der Cispadanischen Republik und später eine bedeutende Stadt der Cisalpinischen Republik und des napoleonischen Königreichs Italien.