Brun (Köln)
Kanzler des römisch-deutschen Kaiserreichs und anschließend Erzbischof von Köln
run war der jüngste Sohn König Heinrichs I. und seiner Frau Mathilde und hatte fünf Geschwister, darunter Otto I. den Großen. Mit fünf Jahren wurde er für den geistlichen Stand bestimmt und Bischof Balderich von Utrecht übergeben. Er besuchte die Domschule in Utrecht, bis Otto I. ihn 939 an den Königshof rief, wo er seine Ausbildung unter den Bischöfen Israel und Rather von Verona abschloss. Brun galt als einer der gebildetsten Männer seiner Zeit. 940 wurde er mit fünfzehn Jahren Reichskanzler am Hof seines Bruders und reorganisierte die Hofkanzlei. 951 wurde er zudem Erzkaplan und damit höchster Hofgeistlicher. Von etwa 948 bis 951 war er Abt der Reichsabtei Lorsch.
953 wurde Brun auf Betreiben Ottos zum Erzbischof von Köln gewählt. Im September desselben Jahres belieh Otto I. ihn mit dem Herzogtum Lothringen, das zuvor seinem rebellischen Schwiegersohn Konrad dem Roten entzogen worden war. Brun zog selbst gegen Konrad in den Krieg und wurde damit zum zweitmächtigsten Mann im Reich hinter seinem Bruder, dem er stets loyal blieb. 954 übernahm er als Vormund seines Neffen Lothar von Frankreich die Regentschaft dort, zwei Jahre später auch die Vormundschaft für Hugo Capet. Er musste ständig zwischen den beiden rivalisierenden Neffen vermitteln. Während Ottos Abwesenheit war Brun zudem zusammen mit Erzbischof Wilhelm von Mainz Reichsregent und Vormund seines Neffen Otto II., den er 961 in Aachen zum König salbte.
Brun förderte die Klosterschulen und unterstützte die Klosterreform von Gorze, die ein starkes Mönchstum unter weltlicher Herrschaft des Landesfürsten propagierte. Als Erzbischof von Köln erhielt er von seinem Bruder königliche Privilegien wie das Recht zur Befestigung der Stadt, zur Abhaltung von Märkten, zur Münzprägung und zur Steuererhebung, was Kölns Stellung als bedeutendste Stadt des Reiches festigte. Sein Hof galt als intellektuelles und künstlerisches Zentrum in Deutschland, an dem viele spätere Bischöfe ihre Ausbildung erhielten. Neben seiner Gelehrsamkeit und Loyalität gegenüber Otto galt Brun als machtbewusst, zugleich aber als fromm und persönlich bescheiden.
Brun starb am 11. Oktober 965 in Reims und wurde seinem Wunsch entsprechend im von ihm gegründeten Kloster St. Pantaleon in Köln beigesetzt. Er gilt in der katholischen Kirche als Heiliger und in der evangelischen Kirche als denkwürdiger Glaubenszeuge. Sein katholischer Festtag ist der 11. Oktober, sein evangelischer Gedenktag der 10. Oktober. Im Zuge der Neukonzeption des Skulpturenprogramms des Kölner Rathausturms in den 1980er Jahren wurde Brun durch eine Figur von John-Michael Bachem geehrt. Seine Vita verfasste Ruotger von Köln 968/969.